Also geht es hier um Hogan. „Ich bin geehrt, der CEO von ABB zu werden“, sagte der gestern, und es klang nicht so, als sagt er es nur so. Der jugendlich wirkende Typ lenkt bislang die Geschicke von GE Healthcare in Großbritannien, dem weltweit führenden Anbieter von Medizintechnik: Mit GE Healthcare, einer Tochter des Giganten GE, erzielte Hogan zuletzt rund 15 Milliarden US-Dollar Umsatz. Die Produkte der Firma sollen Diagnose und Behandlung tückischer Krankheiten wie Krebs verbessern. Aber Hogan ist dort bislang eben nur Spartenchef, jetzt steigt er zum „Big Boss“ auf.
Er sei ein Mann, „der extrem schnell spricht und noch schneller denkt“, sagt Bernd von Polheim, Deutschland-Koordinator der Sparte GE Healthcare, die in Deutschland 1 700 Mitarbeiter beschäftigt. Er lege keinen Wert auf die üblichen Statussymbole, habe aber ein Faible für Technik und Sport. Er sei gut durchtrainiert, weil er jeden Morgen schwimmen gehe.
Hogan kam vor 23 Jahren zu GE und arbeitete sich in dem gigantischen Konzern stetig nach oben, zunächst bei GE Plastics. Dann wechselt er zur Sparte Automaten, in den Medizinbereich und schließlich in die Gesundheitssparte. Ein bisschen wird es dort nun als Verrat empfunden, dass einer wie Hogan geht. Nach fast einem Vierteljahrhundert. Nun übernimmt der 45-jährige GE-Veteran John Dineen dessen Posten.
Auf seinem Weg in die Chefetagen orientierte sich Hogan vor allem an einem Mann: GE-Legende Jack Welch. Die GE-Mitarbeiter verglichen Hogan mit Welch: innovativ, rastlos, zielorientiert, wenn nötig knallhart. Er sei aber jemand, der stärker teamorientiert führe, sagen Insider – also quasi Jack Welch light.
Die Analysten der Bank Vontobel erwarten, dass, Hogan „einen starken Fokus auf Margenverbesserung, Qualität und Portfoliomanagement legen wird“. Und die Bank Wegelin geht davon aus, dass der Amerikaner jetzt einen „aggressiveren Wachstumskurs“ einschlagen wird.
