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18.08.2008 
Diethelm Sack

Jongleur der Zahlen

von Eberhard Krummheuer

Mit Top-Halbjahreszahlen schlägt Finanzchef Diethelm Sack am Montag das letzte Kapitel des Bahn-Börsenganges auf. Diese Aufgabe erfüllt Sack seit 17 Jahren. Doch dieses Mal ist alles anders.

Bahn-Vorstand für Finanzen und Controlling Diethelm Sack. Foto: ap Lupe

Bahn-Vorstand für Finanzen und Controlling Diethelm Sack. Foto: ap

Ausführlich das Zahlenwerk der Bahn zu präsentieren ist für Diethelm Sack Routine. Doch heute, wenn er die Halbjahresbilanz im Frankfurter Westin-Grand-Hotel vorlegt, ist alles anders als in den 17 Jahren zuvor, die er Herr der Bahnfinanzen ist. Denn statt einer Bilanz wird der 60-Jährige gleich zwei präsentieren: die der Deutschen Bahn AG, die zwar Konzernmutter ist, aber nur noch Schienennetz, Stromversorgung und Bahnhöfe betreibt. Und die der DB Mobility Logistics AG, in der die Transport- und Logistikunternehmen der Bahn im November zu 25 Prozent an die Börse gehen sollen.

Nicht nur das macht die heutige Bilanzpressekonferenz anders als die früheren. Mehr noch als zuvor muss der Finanzvorstand jede Zahl, jede Einschätzung, jede Perspektive auf die Goldwaage legen. Das wird ihm, dem perfekten Jongleur der Zahlen, der seine Bilanzen höchst präzise in seinem Kopf abzuspeichern vermag, leichter fallen als seinem Duz-Freund und Chef Hartmut Mehdorn. Der ist dafür bekannt, dass er in seinen impulsiven Statements auch schon mal fünfe gerade sein lässt.

Seit Wochen treibt die um Banker und Juristen erweiterten Stäbe im Berliner Bahn-Tower die Sorge um, wie sie das Bahn-Management in Sachen Unternehmens- und Finanzkommunikation auf die Standards börsennotierter Unternehmen einschwören können. „Wir bewegen uns mit schnellen Schritten auf Ad-hoc-Pflichten hin, das ist schon ein schwieriger Lernprozess“, sagt ein Insider.

Für Sack ist das kein Problem. Allenfalls könnte er heute in die Verlegenheit kommen, Mehdorn bremsen zu müssen. Ohnehin ist es für ihn der zweite Börsengang: Als 38-Jähriger, fünf Jahre bevor er zur Bahn kam, begleitete er den damals noch selbstständigen Tacho-Hersteller VDO – heute beim Autozulieferer Continental – als Finanzchef aufs Parkett.

Natürlich, die Bahn ist ein ganz anderes Kaliber. Nicht nur von der Größe, sondern vor allem in ihrer Abhängigkeit von der Politik, die sich gerade auf dem steinigen Weg in Richtung Börse in voller Härte gezeigt hat. Das ist an Sack nicht spurlos vorübergegangen. So ruhig, so souverän, wie er sich heute wieder geben wird, hat es in seinem Inneren in den letzten Jahren, im ständigen Kampf um die Teilprivatisierung der Bahn, nicht oft ausgesehen. Nicht zu zählen sind die Zigaretten, mit denen er – oft eine nach der anderen – das Nervenkostüm zu beruhigen trachtete.

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