Erst Gerhard Schröder, nun Joschka Fischer. Mit dem einstigen Außenminister und Vize-Kanzler hat es nun den zweiten deutschen Spitzenpolitiker aus der rot-grünen Bundesregierung in die Energiewirtschaft gezogen. Wobei Schröder und Fischer im Gas-Geschäft zukünftig an unterschiedlichen Strängen ziehen.
Lobbyisten: Joschka Fischer macht jetzt in Gas
Fischer wie er lleibt und lebt: Der einstige Außenminister bei einer Wahlkampfveranstaltung der Grünen. Quelle: Reuters
HB DÜSSELDORF. Auch den zweiten Spitzenmann der ehemaligen rot-grünen Bundesregierung zieht es jetzt in die Energiewirtschaft. Ex-Außenminister und Vizekanzler Joschka Fischer (Grüne) hat einen Beratervertrag für das Pipeline-Projekt Nabucco unterschrieben. Damit tritt er in direkte Konkurrenz zu Altkanzler Gerhard Schröder (SPD).
Der wirbt als Aufsichtsrats-Chef der hauptsächlich vom russischen Versorger Gazprom
vorangetriebenen Ostseepipeline für eine Gasversorgung aus dem Osten. Nabucco dagegen soll Europa unabhängiger von russischem Gas machen. Dafür soll das Gas durch eine 3 300 Kilometer lange Pipeline aus Georgien oder Iran über die Türkei, Bulgarien und Rumänien nach Mitteleuropa kommen.
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Fischer soll das Vorhaben politisch und öffentlichkeitswirksam vorantreiben. Angeblich kassiert der ehemalige Politiker dafür ein sechsstelliges Salär. Kreise des Nabucco-Konsortiums in Wien bestätigten die Personalie gestern Abend. Der Vertrag sei allerdings noch nicht unterschrieben. Der österreichische Energieversorger OMV
und die deutsche RWE
werden Fischer bezahlen, hieß es. Die Verhandlungen über diese Beratertätigkeit seien schon länger gelaufen.