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18.03.2008 
Joe Kaeser

Kämpfen und überleben

von Christoph Hardt

Joe Kaeser hat es im Laufe von 28 Jahren bei Siemens bis ganz nach oben geschafft. Und bislang hat sich der Finanzvorstand in den unendlichen Wirren des Siemens-Skandals wacker geschlagen. Doch jetzt könnte ihm die Gewinnwarnung zum Verhängnis werden.

Joe Kaeser hat Schwächen in der Bahntechnik angeprangert. Foto: dpa

Joe Kaeser hat Schwächen in der Bahntechnik angeprangert. Foto: dpa

DÜSSELDORF. Es gehört zu den Konstanten im Machtgefüge großer Konzerne, dass das Verhältnis zwischen dem Vorstandschef und seinem für Finanzen verantwortlichen Vorstandskollegen schwierig ist. Für die Münchener Siemens AG gilt das im Besonderen, schließlich hat hier der Finanzchef seit Generationen stets auch für sich ein Mitspracherecht bei den wirklich wichtigen Entscheidungen beansprucht und es oft genug auch in die Tat umgesetzt.

Es gab Zeiten, da funktionierte die Arbeitsteilung ordentlich bis gut, mitunter aber hat es gekracht. Es könnte daher sein, dass sich spätestens seit gestern, als der Konzern mit einer Gewinnwarnung für Aufregung sorgte, auch in der neuen Führungsspitze der Siemens AG die Verhältnisse verändert haben.

Joe Kaeser wirkt im ersten Augenblick bodenständiger, als er es ist. Dunkle Augen, dunkles Haar, das immer noch kernige R. Die Ahnung, dass es der Mann aus der Oberpfalz oder einer Gegend, die gern auch als bayerisch Sibirien bezeichnet wird, ganz nach oben geschafft hat. Urbane Eleganz geht ihm ab. Er hat sich die Weltläufigkeit erarbeitet, so wie er seinen Namen in den USA amerikanisierte. Umso mehr hat er bewiesen, dass er sich durchbeißen kann.

Wahrscheinlich war es dieser harzige Kern, der auch Klaus Kleinfeld beeindruckte. Unter seiner Regie wurde Kaeser im Mai 2006 Finanzchef, nachdem der junge Konzernchef, selbst erst gut ein Jahr im Amt, den Führungskampf mit seinem selbstbewussten damaligen Finanzchef Joachim Neubürger für sich entschieden hatte.

Kaeser wie Kleinfeld kommen aus kleinen Verhältnissen, beide sehen Führung bis heute vor allem als Kampf. Das gibt ihnen manchmal etwas Verbissenes, schweißt aber auch zusammen. „Uns unterscheidet mehr, als Cola Light mit und ohne Eis zu trinken“, scherzt Kaeser bis heute gerne über eine Beziehung, die für ihn und seine Karriere prägend war.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Geschmeidig wies er alle Vorwürfe von sich

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