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02.12.2008 
Arcandor/Deutsche Telekom

Karl-Gerhard Eick: Der ruhende Pol

von Sandra Louven

In den meisten Unternehmen gibt es tragende Säulen - nicht nur architektonisch, sondern auch strategisch. Bei der Deutschen Telekom ist Finanzvorstand Karl-Gerhard Eick die Säule. Er kennt den Konzern in- und auswendig und ist ein wichtiger Ratgeber für Konzernchef René Obermann. Nun geht Eick – um Arcandor-Chef zu werden.

Karl-Gerhard Eick, bisher Finanzchef der Deutschen Telekom, wird neuer Vorstandschef von Arcandor. Foto: apLupe

Karl-Gerhard Eick, bisher Finanzchef der Deutschen Telekom, wird neuer Vorstandschef von Arcandor. Foto: ap

DÜSSELDORF. Aus Unternehmenskreisen heißt es, er übernehme den Vorstandsvorsitz beim Essener Handels- und Touristikkonzern Arcandor. Damit würde sich der 54-Jährige seinen Traum verwirklichen. Auch bei der Telekom strebte er höhere Aufgaben an – wurde aber zweimal übergangen.

Für den Bonner Konzern ist der Abgang des erfahrenen Finanzvorstands bitter. „Eick war ein Stabilisator und ein Kern für Kontinuität in einem Vorstand, der oftmals an ,Jugend forscht“ erinnerte“, heißt es aus dem Konzernumfeld.

Mit dem Amtsantritt von Konzernchef René Obermann Ende 2006 war Eick der älteste und auch altgedienteste Vorstand im Amt. Obermann, selbst 45 Jahre alt, holte sich mit seinem Festnetzchef Timotheus Höttges und dem Mobilfunkvorstand Hamid Akhavan eine junge Führungstruppe an seine Seite. Vor allem während der Spitzelaffäre hätten die drei oft nervös und aufgeregt agiert, ist aus dem Unternehmen zu hören. Eick sei dann der Besonnene gewesen, der wieder Ruhe in die Diskussionen gebracht habe.

Obermann habe deshalb sehr auf Eick gehört, heißt es in der Telekom. Die beiden hatten ein gutes Verhältnis – obwohl Obermann bereits der zweite Vorstandschef war, der an Eick vorbeizog.

Doch Eick blieb – und spielte auch für Obermann den Ausputzer in Krisensituationen. Als Personalvorstand Heinz Klinkhammer Ende 2006 den Konzern verließ, übernahm Eick das Amt. Im folgenden Frühjahr rang der Interims-Personaler mit der Gewerkschaft Verdi um eine Einigung im wochenlangen Streik um die Auslagerung von 50 000 Service-Kräften. Ein Kompromiss wurde gefunden und vom heutigen Personalvorstand Thomas Sattelberger unterzeichnet.

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