0 Bewertungen
11.01.2007 

Martine De Rouck gefällt die Philosophie ihrer Bank: „Zu uns kommen Leute, die einfache Lösungen suchen. Bei der Post haben sie das Gefühl, dass sie nicht über den Tisch gezogen werden. Sie haben Vertrauen in die Institution.“ Die Organisation funktioniert wie folgt: Fortis stellt Produkte und Know-how. Die Post kümmert sich um den Vertrieb in ihren Filialen. Davon gibt es immerhin 1 200 in dem relativ kleinen Belgien.

Für De Rouck hat das Prinzip Postbank Zukunft. Gerade hat sie Fortis beim Aufbau einer Postbank in Irland geholfen. Dort ist die irische Post der Partner. Sie kann sich vorstellen, dass andere Länder – zum Beispiel in Mitteleuropa – folgen.

Auch auf dem Heimatmarkt rackert sie weiter. Gemeinsam mit der Post sollen ab diesem Jahr die Verkaufsräume moderner gestaltet und die Wartezeiten für die Kunden verkürzt werden. Dazu gehören auch mehr Geldautomaten in den Filialen. Außerdem will De Rouck die Kontoführungsgebühren senken, um mehr Kunden zu gewinnen.

Die Flämin fühlt sich wohl mit der, so sagt sie, „menschennahen“ Bank. Die Chefin von 175 Angestellten – 71 davon sind Frauen – sagt: „Männer wollen ihre Macht zeigen. Sie versuchen ständig, sich gut zu verkaufen. Wir Frauen kümmern uns lieber um unsere Mitarbeiter, die tägliche Arbeit“, meint die 50-Jährige.

Aber so manches müssten die Frauen eben auch noch lernen, meint De Rouck – zum Beispiel das Aushandeln von Gehaltserhöhungen. „Es ist nicht normal, dass Männer immer noch verhältnismäßig mehr verdienen. Aber wir müssen eben auch danach fragen.“

Sie wirkt so gar nicht wie eine verkniffene Bankfrau, wenn sie lässig zurückgelehnt in ihrem Bürosessel sitzt. Ein Bein hat sie angewinkelt. Sie trägt kein Kostüm, sondern eine schwarze Stoffhose und ein eng anliegendes, weißes Baumwoll-Oberteil mit glitzernden Pailletten. Auf ihrem Schreibtisch stehen Bilder von ihren Kindern. Ihr Sohn ist 18 Jahre alt, ihre Tochter 21. Diese studiert Ingenieurswissenschaften. „Auch kein typischer Frauenberuf“, bemerkt De Rouck und lacht.

Sie selbst hat in der Männerwelt ihren Weg schon gemacht. Und nach den Schwangerschaften ist ihr klar geworden, dass sie doch lieber eine Frau ist.

Lesen Sie weiter auf Seite 3: Geld von der Post

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne
Anzeige

Handelsblatt Experten + Meinungen

Handelsblatt-Kommentar

Zu spät, zu teuer  Artikel in Merkliste

09.10.2008 von Eric Bonse

Man muss ein unerschütterlicher Optimist sein, um noch an die Zukunft des europäischen Satellitensystems Galileo zu glauben. Kommentar

Handelsblatt-Kommentar

Jenseits der Panik  Artikel in Merkliste

08.10.2008 von Frank Wiebe

Zugegeben, es fällt schwer, das berühmte Licht am Ende des Tunnels oder Silberstreifen am Horizont zu entdecken. Selbst eine Hilfsaktion der Notenbanken und Regierungen kann die Märkte nur mit Mühe wenigstens zeitweise beruhigen. Dennoch: In einigen Jahren werden rückblickend vielleicht feststellen, dass in diesen Tagen die Wende zum Guten ihren Anfang nahm. Kommentar

weiterHandelsblatt Quiz

Werbesprüche-Quiz: Auf Kundenfang mit dem Wir-Gefühl

Los geht's!Seit 1990 ist „Wir“ das wichtigste Wort in der Werbesprache. Wissen Sie, wer noch mit dem Sinn für Gemeinschaft auf Kundenfang geht?
Testen Sie Ihr Wissen!
Anzeige