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13.02.2008 

Ihr Aufstieg hat bei den Mitarbeitern des traditionsreichen Autobauers nicht nur Begeisterung ausgelöst. "Sie personifiziert den Schock der Kulturen, den derzeit der Konzern durchlebt", urteilt ein leitender Angestellter. Marey-Semper habe nichts mit dem alten Machbarkeitsdenken der 80er-Jahre am Hut, nach dem Autos immer größer und schneller werden müssen.

"Die junge Generation ist nicht mehr so autoverliebt und verlangt umweltfreundlichere, zeitgemäßere Autos", so der Manager aus ihrem Umfeld. Dies habe die junge Strategie-Chefin, die sich dezent kleidet, verstanden und müsse nun oft gegen die alte Garde ankämpfen. "Ein Großteil ihrer Mitarbeiter ist schließlich deutlich älter als sie."

Sie selbst macht sich nichts vor: "Es ist klar, dass Frauen doppelt so hart arbeiten müssen wie Männer, um akzeptiert zu werden." Doch sie betont, dass sie "sehr herzlich bei PSA aufgenommen worden ist".

Beim Autoriesen PSA Peugeot Citroën arbeitet sie nun rund ein Jahr - in der kurzen Zeit hat die Topmanagerin schon wichtige Entscheidungen mitgeprägt. So verantwortete sie den Auswahlprozess für den neuen Produktionsstandort in Russland: Ihre Wahl fiel auf Kaluga, rund 200 Kilometer südwestlich von Moskau.

Es war auch die junge Strategie-Chefin, die Konzernlenker Streiff empfahl, in Malaysia auf eine Zusammenarbeit mit dem Konzern Proton zu verzichten. "Die Produktionsbasis erschien uns nicht wettbewerbsfähig genug", begründet sie dies. Dass wenig später auch der deutsche Volkswagen -Konzern Proton einen Korb gab und ihr damit indirekt recht gab, erfüllt sie mit ein "bisschen Stolz", sagt sie mit einem Lächeln.

Auch die Skeptiker im Konzern erkennen "ihre hohe Intelligenz und Lernfähigkeit" an. "Dazu ist sie im Umgang sehr unkompliziert", lobt einer ihrer Mitarbeiter, "sie hat überhaupt kein Statusdenken." Das ist auch im persönlichen Gespräch zu spüren: Sie zeigt sich zugänglich, weicht keiner Frage aus, antwortet ohne Umschweife.

Zum Beispiel auf die Frage, wie es die promovierte Neurologin in die französische Industrie verschlagen hat. "Ich habe fünf Jahre an meiner Doktorarbeit geforscht", erzählt sie, "und am Ende hab ich gemerkt, dass das Forscherdasein doch eine sehr einsame Sache ist. Ich brauche aber Menschen um mich herum."

Lesen Sie weiter auf Seite 3: "Sie ist die Beste"

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