Also hing sie nach der Doktorarbeit noch einen MBA dran und ging zur Beratungsfirma Telesis. "Meine Eltern waren alles andere als begeistert", erzählt sie und lacht. Schließlich sind beide Eltern Professoren. Isabel Marey-Semper hatte aber ihr Ding gefunden. "Die Beratungsarbeit hat mir viel Spaß gemacht, wir haben viel an Übernahmen gearbeitet, und ich kam oft ins Ausland." Mitte der 90er-Jahre arbeitete Telesis für den Baustoffriesen Saint Gobain.
Dort traf sie auf Christian Streiff. "Er sagte zu mir: Wenn du eines Tages genug von der Beratung hast, ruf mich an." Das tat sie im Oktober 2001.
Saint Gobain
Was treibt sie an, sich solche Jobs anzutun? "Ich mag es, etwas aufzubauen", sagt sie und fügt hinzu: "Und ich habe in der Tat die Macht, um Dinge zu tun. Und das finde ich gut."
Doch wie bei Streiff endet auch ihre Karriere bei Saint Gobain
abrupt: Zunächst wird Streiff die Nummer zwei des Baustoffriesen, sie steigt zur Strategie-Chefin auf. Dann überwirft sich Streiff mit Konzern-Übervater Jean-Louis Beffa und wird gefeuert. Marey-Semper geht freiwillig und macht eine neue Erfahrung: Arbeitslosigkeit, neun Monate lang. Für Arbeitstiere wie sie ist das die Höchststrafe. Sie kümmert sich intensiv um ihre zwölfjährige Tochter und treibt mehr Sport und denkt nach. "Ich habe gelernt, selbst schwache Zeichen von politischen Spielchen zu erkennen", sagt sie vieldeutig.
Wenn man Streiff fragt, warum er so große Stücke auf Marey-Semper hält, guckt er verdutzt und antwortet dann mit einem breiten Lächeln: "Weil sie die Beste ist." Da stört es ihn nicht mal, dass Isabel Marey-Semper keinen Führerschein besitzt.
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