Witty war der jüngste der drei Kandidaten für den Top-Job, und er setzte sich in der Abfolge von Bewährungsproben und Gesprächen mit externen Beratern durch. Das verdankte er, wie es heißt, seinem analytischen Verstand und strategischen Weitblick ebenso wie der Fähigkeit, ohne Notizen stundenlang geschliffen vorzutragen.
Auch mangelnde Erfahrung kann man Witty nicht vorwerfen. Nach dem Wirtschaftsstudium an der Universität Nottingham startet er schon 1985 bei Glaxo. Erst bekleidet er verschiedene Positionen in seiner britischen Heimat, dann ist er nacheinander Geschäftsführer in Südafrika, Bereichsdirektor für Süd- und Ostafrika, Marketingchef in den USA und Asien-Pazifik-Chef in Singapur.
Zuletzt aber wirkt der zweifache Vater als Chef in Europa, was für ein britisches Unternehmen als Kontinentaleuropa zu übersetzen ist. Hier habe er viel überflüssige Doppelarbeit beseitigt und Kräfte von der Verwaltung in die Vermarktung verschoben, heißt es im Konzern. Doch er wirkt auch nach außen, schaltete sich in gesundheitspolitische Debatten um neue Preismodelle für Medikamente und die Rolle der Pharmaindustrie im Gesundheitswesen ein.
In dieser Richtung wird wohl noch mehr zu erwarten sein. In den vergangenen Monaten hat sich Witty darauf konzentriert, alle Teile des Konzerns kennenzulernen. Die nächsten Wochen will er nun den Anlegern widmen.
