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19.09.2008 
Ludwig Georg Braun

Kein Mann fürs Scheinwerferlicht

von Klaus Stratmann

Ludwig Georg Braun steht nicht gern im Mittelpunkt. Der erfolgreiche Unternehmer und Verbandsfunktionär feiert am kommenden Sonntag seinen 65. Geburtstag.

Ludwig Georg Braun räumt dem Thema Bildung höchsten Stellenwert ein. Foto: dpaLupe

Ludwig Georg Braun räumt dem Thema Bildung höchsten Stellenwert ein. Foto: dpa

BERLIN. Es ist der Mittwoch dieser Woche, Berlin trifft sich beim gemeinsamen Parlamentarischen Abend des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) und des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK). BDI-Präsident Jürgen Thumann, der sich im Rampenlicht gut aufgehoben fühlt, begrüßt die Gäste.

DIHK-Präsident Ludwig Georg Braun begnügt sich später mit einer knappen Ansprache. Er vergibt Preise an vorbildliche deutsche Schulen im Ausland. Braun fasst sich kurz. Der DIHK-Präsident mag die Scheinwerfer nicht. Die nach außen gekehrte Welt der Funktionäre, Parlamentarier und Journalisten widerspricht seinem Ethos. So ist Ludwig Georg Braun: unpathetisch, asketisch – und erfolgreich. Am Sonntag feiert der Unternehmer seinen 65. Geburtstag.

Seit 2001 steht Braun an der Spitze des DIHK. Das Amt bietet ihm zahlreiche Gelegenheiten für große Auftritte – er nutzt sie selten. Er legt auch keinen gesteigerten Wert darauf, die Kanzlerin oder einen ihrer Minister auf Reisen zu begleiten. Und weder bei Sabine Christiansen noch bei Anne Will hat man Braun jemals in einer sonntäglichen Talkrunde sitzen sehen.

Dennoch meldet er sich gelegentlich unüberhörbar zu Wort. Zu Beginn seiner DIHK-Amtszeit fordert er Nullrunden beim Einkommen und empfiehlt seinen Unternehmerkollegen, die Chancen der EU-Osterweiterung zu nutzen, was ihm den Vorwurf des damaligen Bundeskanzlers Gerhard Schröder einträgt, er sei „unpatriotisch“. Unvergessen ist auch die Begründung für die Absage seiner Teilnahme an den „Bündnis für Arbeit“-Runden: Die Treffen fänden immer an Sonntagen statt, die aber gehörten der Familie.

Längst ist Braun diplomatischer geworden. Er hat erkannt, dass Kompromisslosigkeit zwar den Unternehmer adelt, im Berliner Alltagsgeschäft jedoch selten zum Ziel führt. Im Kampf um die Reform des Erbschaftsteuerrechts schlägt er leisere Töne an.

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