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28.08.2008 
Überraschender Verzicht

Keitel löst Thumann als BDI-Chef ab

von Klaus Stratmann

Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) bekommt eine neue Führung. Der bisherige Präsident des wichtigsten deutschen Wirtschaftsverbandes, Jürgen Thumann, hat am Donnerstag überraschend seinen Verzicht auf eine dritte Amtszeit angekündigt. Nun setzt der Verband alle Hoffnungen auf Hans-Peter Keitel.

Hans-Peter Keitel, der frühere Vorstandschef des Baukonzerns Hochtief soll künftig an der Spitze des BDI stehen. Foto: dpaLupe

Hans-Peter Keitel, der frühere Vorstandschef des Baukonzerns Hochtief soll künftig an der Spitze des BDI stehen. Foto: dpa

BERLIN. Hans-Peter Keitel soll den BDI ab Januar 2009 führen. Thumann begründete seine Entscheidung am Donnerstag mit dem Hinweis, zu guter Führung gehöre es auch, "rechtzeitig einen geeigneten Nachfolger vorzuschlagen". Er steht seit Anfang 2005 an der Spitze des Industrieverbandes. Seine zweite Amtszeit läuft zum Jahresende aus. Mit Zweidrittelmehrheit wäre eine dritte Amtszeit möglich gewesen. Thumann kündigte an, er wolle dem BDI-Präsidium Ende September gemeinsam mit allen Vizepräsidenten empfehlen, Keitel der Mitgliederversammlung im November zur Wahl als Präsident vorzuschlagen. Er wird mit dem Amtsantritt Keitels zum Jahreswechsel satzungsgemäß automatisch einer von mehreren BDI-Vizepräsidenten.

Die Bilanz der Arbeit Thumanns an der Spitze des wichtigsten deutschen Wirtschaftsverbandes fällt durchwachsen aus. Thumann selbst betonte gestern, der BDI werde heute auf internationaler Ebene besser denn je wahrgenommen. Außerdem sei es ihm als BDI-Präsident gelungen, den Klimaschutz zu einem zentralen Thema der Wirtschaft zu machen. Er unterstrich den guten Draht des Verbandes zur Bundesregierung: Man führe einen stetigen und engen Dialog mit der Bundeskanzlerin und den Ministern. Zwar müsse das nicht heißen, dass die Bundesregierung die Vorschläge der Wirtschaft eins zu eins umsetze. Oftmals sei es aber gelungen, 70 bis 80 Prozent der BDI-Forderungen einzubringen. Kritiker sehen das anders: Thumann, der zu seinem Amtsantritt erklärt hatte, er wolle "Deutschland die Sporen geben", gehe einfach zu nett mit der Bundesregierung um.

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