Seinen untadeligen Ruf hat sich Kaldemorgen in 24 Jahren „sehr solider“ Tätigkeit als Fondsmanager der DWS mit meist überdurchschnittlichen Ergebnissen erarbeitet. Mit der Karriere ging es steil bergauf: Nach seinem Studium der Volkswirtschaft ist er 1982 beim führenden Fondsanbieter eingestiegen. Seit 1991 leitet er das Aktienfondsmanagement, seit Juli 2002 das gesamte Aktienfondsmanagement. Seit 2003 ist er als Geschäftsführer für das Aktienfondsmanagement verantwortlich, seit Juli trägt er zudem den Titel „Global Head of Equities“, womit er weltweit die Aktienfonds der Gruppe verantwortet – ein Volumen von 130 Mrd. Dollar.
Menschen zu führen, trauen Mitarbeiter wie Konkurrenten dem Mittfünfziger mit dem vertrauensvollen Blick zu. In seinem Arbeitsplatz im Großraumbüro sitzt er als Chef nahe bei seinem Team und verwaltet zwei Flaggschiff-Aktienfonds weiter selbst. Die Leistung des Teams betont Kaldemorgen denn auch stets – ob es Erfolge zu feiern oder Niederlagen einzugestehen gibt. Dieser Punkt macht einen gewichtigen Teil seiner Glaubwürdigkeit aus: Fehler gibt er ohne Umschweife zu. Als einer seiner wichtigsten Fonds, der DWS Vermögensbildung I, vor drei Jahren eine schlechte Phase erwischte, bekannte Kaldemorgen: „Wir haben zu früh zu stark auf Europa gesetzt und das US-Gewicht zu niedrig gefahren.“ Der vielfach von Ratingagenturen wie Standard & Poor’s prämierte Fondsmanager und sein Team konnten es sich erlauben, ihrer Einschätzung treu zu bleiben – der Fonds erholte sich wieder.
In der Fondsbranche diskutieren die Experten nun, inwieweit der Fachmann mit dem soliden, aber deutschen Image den smarten, mächtigen Angelsachsen im Konzern der Deutschen Bank die Stirn bieten kann. Davon hängt viel ab – für die DWS und für die gesamte Bank.
