Diese Position übernimmt Kaldemorgen jedoch nicht. Sie wird aber neu besetzt werden, wie ein DWS-Sprecher sagt. Schon in den vergangenen Tagen war über eine Funktionstrennung spekuliert worden, die den Einfluss der DWS innerhalb der DeAM verringern könnte. Der neue Mann müsste auch das Problem der jetzt mit dem DWS-Logo werbenden US-Tochter Scudder lösen, der Analysten Schwächen auf der Kosten- und Vertriebsseite attestieren.
Folgerichtig wäre laut Beobachtern die Besetzung des internationalen Postens mit einem Vertrauten Parkers. Zu diesem Kreis zählt Stephan Kunze, der als Ziehkind des DeAM-Leiters gilt, und dem Branchenexperten auch Chancen auf die Benkner-Nachfolge eingeräumt hatten. Kunze kam allerdings von der ABN Amro Bank und war erst vor einem Jahr als Vertriebschef in die DWS-Geschäftsführung berufen worden. Er verantwortet außerdem innerhalb der DeAM das weltweite Geschäft mit so genannten strukturierten Produkten, die stark auf Terminmarktbausteinen basieren.
Dieses Geschäftsfeld bietet laut Fachleuten enormes Wachstumspotenzial, wie es sich schon in stark steigenden Absatzzahlen für Zertifikate und Garantiefonds widerspiegelt. Insider unterstreichen, dass Kunze als ausgewiesener Experte auf diesem Feld das Geschäft offensiv vorantreiben will und auch soll.
Allerdings hat die DWS in diesem Bereich gerade erst einen Strategieschwenk vollzogen. Sie hatte Anfang des Jahres geplant, eine eigene Abteilung für Zertifikate aufzubauen. Davon ist die Fondsgesellschaft inzwischen aber abgerückt, weil es bei der Deutschen Bank bereits eine entsprechende Abteilung gibt – unter dem Namen X-Markets.
Strategisch richtet sich die DWS zudem noch stärker auf den Markt für Altersvorsorge aus. Eine entsprechende Produktoffensive ist in Kürze geplant.
