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25.08.2008 
Messegeschäft

Köln wirbt um Düsseldorf

von Axel Granzow

Düsseldorf und Köln – geht das zusammen? Für Gerald Böse, den neuen Chef der Köln-Messe, ist das kein Thema. Schließlich fließt der Rhein durch beide Städte. Und bevor Böse im Frühjahr von Karlsruhe nach Köln wechselte, hatte der 46-Jährige 14 Jahre unter dem früheren Chef der Düsseldorfer Modemesse Igedo, Manfred Kronen, gearbeitet.

Der Ex-Bundesliga-Hockeyspieler Gerald Böse sieht den Wettbewerb im Messegeschäft um lukrative Veranstaltungen sportlich. Foto: dpaLupe

Der Ex-Bundesliga-Hockeyspieler Gerald Böse sieht den Wettbewerb im Messegeschäft um lukrative Veranstaltungen sportlich. Foto: dpa

DÜSSELDORF. Böse galt als dessen Ziehkind und war zuständig für die Auslandsmessen, musste aber die Altbier-Stadt verlassen, als die Messe Düsseldorf die Igedo schluckte. Messechef Werner Dornscheidt und der verstorbene Aufsichtsratschef OB Joachim Erwin waren zu ihm auf Distanz gegangen, heißt es in Düsseldorf.

Inzwischen ist viel Wasser den Rhein heruntergeflossen, wie man in der Region sagt. Außerdem gilt der gebürtige Münchener, der das Abitur in Mettmann bei Düsseldorf machte und in München an der Fachhochschule sein Diplom in Betriebswirtschaft, als unkompliziert und diszipliniert, sagen Mitarbeiter. Schließlich ist er Reserveoffizier.

Böse sendet daher vorsichtig positive Signale Richtung Düsseldorf. „Es gibt mehr Gemeinsames als Trennendes“, meint er. Schon heute profitiere die eine Stadt vom Messegeschäft der anderen. Großmessen in Köln oder Düsseldorf, die beide zu den Top fünf in Deutschland gehören, sorgen für volle Hotelbetten in beiden Städten.

Vielleicht herrsche ja einmal ein Klima vor, bei dem man über bestimmte Dinge sprechen könne, ohne gleich fusionieren zu wollen, sagt Böse. International werde eine Region besser wahrgenommen, wenn zwei Nachbarn nicht gegeneinander agieren, sondern nach außen gemeinsam auftreten, ist er überzeugt.

Neue „kölsche Töön“, meinen Branchenkenner. Bislang war man in der Domstadt eher besorgt, beim Thema Kooperation den Kürzeren zu ziehen. Düsseldorf mit den großen Leitmessen der Investitionsgüterindustrie und den Modemessen schien übermächtig. Das für 260 Millionen Euro neu gebaute Messegelände macht die Kölner nun offenbar mutig. Gespräche zwischen Messegesellschaften können eben nur auf Augenhöhe stattfinden.

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