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12.03.2008 
Digg.com

König der Buddler

von Thomas Knüwer

Erst hat Kevin Rose sein Informatik-Studium abgebrochen. Dann war der 31-Jährige Programmierer, dann TV-Moderator. Nun führt er eines der heißesten Unternehmen der Web-2.0-Szene: die Nachrichtenseite Digg.com. Bald soll es sie auch auf Deutsch geben.

SAN FRANCISCO. Olivgrünes T-Shirt, modische Wollmütze auf dem Kopf, fröhliches Lächeln – so begrüßt er seinen Besucher. Es scheint, im Leben von Kevin Rose habe sich nichts geändert seit dem August 2006. Außer der T-Shirt-Farbe, zugegeben.

Dunkelgrau war das kurzärmelige Hemd damals, als Rose mit hochgestreckten Daumen auf dem Titel des Wirtschaftsmagazins „Business Week“ erschien. Schlagzeile: „Wie dieser Junge 60 Millionen Dollar in 18 Monaten machte“.

Zum ersten Mal berichtete eines der großen Blätter über jene neue Generation der Internetgründer, die das Silicon Valley unter der Flagge „Web 2.0“ aufmischten: Facebook-Gründer Mark Zuckerberg, zum Beispiel, Brad Fitzpatrick, Gründer der Weblog-Plattform Live Journal, und eben Rose als Kopf von Digg.com. Vielleicht begann damals der Medienrummel rund um das Kürzel 2.0.

Die Nutzer von Digg (von „dig“, Englisch für „graben“) buddeln im Netz nach Nachrichten, Artikeln oder Videos. Andere Nutzer können den Beiträgen dann ihre Stimme geben. Somit entsteht eine neue Art der Nachrichtengewichtung, eine Nachrichtenseite, gestaltet von Lesern.

„Wenn man auf dem Titel der ,Business Week’ landet, kann einem das nur nutzen“, sagt Rose heute. Wenn er von solchen Plänen erzählt, wirkt alles ganz einfach, ganz unangestrengt. Vielleicht auch, weil er Investoren wie Ebay-Mitgründer Pierre Omidyar als Aktionär hinter sich weiß. Vielleicht ist er auch deshalb so entspannt, weil Digg nicht in der manchmal inzestuösen Nachbarschaft des Silicon Valleys sitzt, sondern in San Francisco. Und dort nicht im Gründerviertel Mission, sondern in einem Lagerhaus nahe dem Hafen. Besucher begrüßt erst die Rezeptionistin und dann der Firmenhund. Keine Sorge, er beißt nicht.

Genauso wenig wie der Chef. Rose gilt als zugänglich, freundlich und angenehm bodenständig. Leicht nach vorn gerutscht sitzt der 31-Jährige im Konferenzstuhl, hinter ihm ein Tresen mit Preisen und Lobartikeln. Neu ist die Affen-Statue Crunchie, eine Art Selbstbejubelung der Web-2.0-Szene. Digg bekam die Auszeichnung als beste Seite mit Inhalten, die von den Nutzern erzeugt wurden.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Auf Seite 1 der "Business Week"

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