0 Bewertungen
12.03.2008 

Es ist im Jahr 2004, als Rose auf die Idee mit Digg kommt. Er arbeitet damals als Co-Moderator der Fernsehshow „The Screen Savers“, die auf dem kleinen High-Tech-orientierten Sender Tech TV läuft. Sein Lebenslauf bis dahin ist typisch für jene Ameisen des digitalen Booms: In Las Vegas, wo er auch aufgewachsen ist, studiert Rose Informatik. 1999 bricht er ab – Startups locken mit fetten Gehältern. Nach dem Platzen der Dotcomblase findet er bei Tech TV Unterschlupf als Produktionsassistent – und steigt auf zum Moderator. 2005 verlässt er den inzwischen mit dem Rivalen G4 fusionierten Sender und startet Revision 3, eine Produktionsfirma für Pod- und Videocasts.

Doch eigentlich will er etwas Größeres aufbauen. 2 200 Dollar sind im Dezember 2004 das Anfangsinvestment für Rose und seine drei Freunde.

Das Digg-Konzept lieben jene, die glauben, Internetnutzer könnten besser entscheiden, was sie lesen wollen, als Redaktionen. Dazu gehören Ebay-Mitgründer Pierre Omidyar und Netscape-Vater Marc Andreessen. Mit der Risikokapitalfirma Greylock investierten sie über 11,3 Millionen Dollar. Reicht das?

„Wir suchen keine neuen Geldgeber“, sagt Rose – obwohl Gerüchte aufkamen, Digg werde zum Objekt eines Bieterkampfes zwischen Google und Microsoft. Verhandlungsbasis: 300 Millionen Dollar.

Auch ohne frisches Kapital will Rose Digg ausbauen. Schon bald sollen Nutzer aufgrund ihres Abstimmungsverhaltens Empfehlungen bekommen – ähnlich wie beim Onlinehändler Amazon, bei dem es heißt: „Kunden, die dieses Buch gekauft haben, haben auch jenes gekauft.“ Außerdem soll sich die Digg-Gemeinde untereinander vernetzen.

Aber Kevin Rose mag auch nicht vom Videobloggen lassen: Mit seinem Freund Alex Albrecht moderiert er die wöchentliche Web-TV-Show „Diggnation“. Das Prinzip: Zwei Kumpel sitzen auf einer Couch, kritisieren Biere und Weine und reden über Internet-Themen.

Wie viele Menschen schauen sich das an? Rose überlegt kurz, dann sagt er ganz locker: „Och, so um 250 000“ – mehr als mancher TV-Sender zur besten Sendezeit.

Lesen Sie weiter auf Seite 4: Eine Internet-Karriere

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne
Anzeige

Weitere Beiträge aus dem Ressort

Handelsblatt Experten + Meinungen

Handelsblatt-Kommentar

Ein herber Verlust für die Telekom  Artikel in Merkliste

02.12.2008, 17:33 Uhr von Sandra Louven

Telekom-Finanzvorstand Karl-Gerhard Eick verlässt den Konzern. Das bedeutet vor allem eines: ein weiteres Problem für Vorstandschef René Obermann. Eick war der Fels in der Brandung. Er hatte jahrelange Erfahrung mit den Eigenheiten des Bonner Konzerns. Und die sind im Fall der Telekom nicht zu unterschätzen. Kommentar

Handelsblatt-Kommentar

Herber Verlust  Artikel in Merkliste

02.12.2008, 17:58 Uhr von Sandra Louven

Finanzvorstand Karl-Gerhard Eick war der ruhende Pol im Vorstand der Telekom, er hatte die größte Erfahrung. Daher ist er kaum gleichwertig zu ersetzen. Kommentar

weiterHandelsblatt Quiz

Vorstandsbezüge: Quiz: Was Dax-Manager verdienen

Los geht's!Über Ihre Gehälter wird derzeit viel diskutiert. Deutsche-Bank-Chef Ackermann verzichtet 2008 nun auf jegliche Boni. Aber was verdienen die Chefs der Dax-Unternehmen überhaupt?
Testen Sie Ihren Realitätssinn!
Anzeige