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08.07.2008 
Ex-Vorstand NordLB

Kösters im Visier der Staatsanwaltschaft

von Frank M. Drost und Sönke Iwersen

Der Aktienhandelsskandal bei der NordLB beschäftigt jetzt auch die Staatsanwaltschaft. Gegen den ehemals für das Kapitalmarktgeschäft der NordLB zuständige und mittlerweile ausgeschiedenen Vorstand Jürgen Kösters wird wegen Untreue ermittelt.

BERLIN/DÜSSELDORF. "Zur Prüfung eines Anfangsverdachts wegen Untreue haben wir ein sogenanntes Vorermittlungsverfahren gegen das ehemalige NordLB-Vorstandsmitglied Jürgen Kösters eingeleitet", sagte Manfred Knothe, Pressesprecher bei der Staatsanwaltschaft in Hannover, dem Handelsblatt. Dabei gehe es um den Tatvorwurf der Untreue.

Nach missglückten Aktiengeschäften der Bank, die offensichtlich im Auftrag der Beteiligungsgesellschaft Vatas durchgeführt worden waren, musste die NordLB bislang Rückstellungen in Höhe von 132 Millionen Euro bilden. Die Bank erwarb für diesen Kunden diverse Aktienpakete, blieb jedoch auf diesen sitzen. Als die Kurse der Papiere einbrachen, musste sie die Wertminderung abschreiben. Der für das Kapitalmarktgeschäft der NordLB zuständige Kösters musste seinen Hut nehmen.

Indes hat sich die Staatsanwaltschaft bislang noch nicht entschieden, ob sie ein förmliches Ermittlungsverfahren gegen Kösters einleiten wird. "Wir warten noch auf den Prüfbericht der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin)", sagte Knothe. Die BaFin hat im Zuge der verfehlten Aktiendeals eine Sonderprüfung eingeleitet. "Diesen Bericht werden wir uns unter strafrechtlichen Aspekten angucken", sagte Knothe. Die BaFin rechnet nicht damit, dass der Bericht noch in diesem Monat fertiggestellt wird, wie ein Sprecher der Behörde sagte.

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