0 Bewertungen
25.06.2008 

Den Beschäftigten stellte sich Reid-Anderson auf zahlreichen Betriebsversammlungen vor. Nach seiner Berufung erhielt er Hunderte Mails auf seinen Blackberry - und beantwortete jede einzelne persönlich.

Seine Bewährungsproben stehen aber noch aus. "Der US-Markt bleibt eine Herausforderung", sagt Reid-Anderson. Siemens schlage sich in diesem harten Umfeld aber besser als die Konkurrenz. "Wir gewinnen Marktanteile." In den nächsten anderthalb Jahren müsse der Siemens-Bereich erst einmal die Zukäufe der vergangenen Jahre verdauen. Ausgerechnet Reid-Anderson muss beweisen, dass der Kaufpreis, den selbst Siemens-Finanzvorstand Joe Kaeser als "recht hoch" bezeichnet hat, gerechtfertigt ist. Die Integration laufe voll nach Plan, sagt Reid-Anderson. Siemens-Chef Peter Löscher jedenfalls traut ihm zu, die Aufgabe zu meistern: "Er ist ein sehr klarer, sehr kundenorientierter Manager mit einem irrsinnigen Gefühl für das Weltgeschäft. Und er ist ein intimer Kenner des wichtigsten Gesundheitsmarkts USA."

So ist die Medizintechnik eine wichtige Säule bei Löschers Zielen. In den vergangenen Monaten hat sich der Konzern viel mit sich selbst beschäftigt, mit dem radikalen Umbau und mit der Schmiergeldaffäre. Jetzt will Siemens wieder in die Offensive. In jedem Geschäft wolle man zu den beiden führenden Anbietern weltweit gehören, kündigte Löscher gestern in London an. "Mit unserer neuen Aufstellung, den weltweit klaren Verantwortlichkeiten und effizienteren Prozessen haben wir dafür die entscheidenden Voraussetzungen geschaffen." Reid-Anderson muss diese Voraussetzungen nur noch nutzen.

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne
Anzeige

Weitere Beiträge aus dem Ressort

Handelsblatt Experten + Meinungen

Handelsblatt-Kommentar

Kreditklemme: Harte neue Welt  Artikel in Merkliste

03.12.2008 von Robert Landgraf

Viele Unternehmer werden sich bald mit Wehmut an vergangene Zeiten erinnern. An Zeiten, in denen es einfach war, Kredite aufzunehmen, in denen sie ihnen von Banken regelrecht aufgedrängt wurden. Das gilt insbesondere für mittelgroße Firmen, die keinen Zugang zum Kapitalmarkt haben. Kommentar

Handelsblatt-Kommentar

Kontrollierter Konkurs  Artikel in Merkliste

03.12.2008 von Matthias Eberle

Lange ist es her, da nannten sie den weltgrößten Autokonzern „Generous Motors“. Kein anderes Unternehmen zahlte großzügiger. Jetzt soll die Regierung dafür zahlen, dass die US-Autoindustrie seit Jahren den internationalen Wettbewerb ignoriert und darüber hinaus Fahrzeuge baut, die der Kunde nicht mehr will. Kommentar

weiterHandelsblatt Quiz

Vorstandsbezüge: Quiz: Was Dax-Manager verdienen

Los geht's!Über Ihre Gehälter wird derzeit viel diskutiert. Deutsche-Bank-Chef Ackermann verzichtet 2008 nun auf jegliche Boni. Aber was verdienen die Chefs der Dax-Unternehmen überhaupt?
Testen Sie Ihren Realitätssinn!
Anzeige