Den Beschäftigten stellte sich Reid-Anderson auf zahlreichen Betriebsversammlungen vor. Nach seiner Berufung erhielt er Hunderte Mails auf seinen Blackberry
- und beantwortete jede einzelne persönlich.
Seine Bewährungsproben stehen aber noch aus. "Der US-Markt bleibt eine Herausforderung", sagt Reid-Anderson. Siemens
schlage sich in diesem harten Umfeld aber besser als die Konkurrenz. "Wir gewinnen Marktanteile." In den nächsten anderthalb Jahren müsse der Siemens
-Bereich erst einmal die Zukäufe der vergangenen Jahre verdauen. Ausgerechnet Reid-Anderson muss beweisen, dass der Kaufpreis, den selbst Siemens
-Finanzvorstand Joe Kaeser als "recht hoch" bezeichnet hat, gerechtfertigt ist. Die Integration laufe voll nach Plan, sagt Reid-Anderson. Siemens
-Chef Peter Löscher jedenfalls traut ihm zu, die Aufgabe zu meistern: "Er ist ein sehr klarer, sehr kundenorientierter Manager mit einem irrsinnigen Gefühl für das Weltgeschäft. Und er ist ein intimer Kenner des wichtigsten Gesundheitsmarkts USA."
So ist die Medizintechnik eine wichtige Säule bei Löschers Zielen. In den vergangenen Monaten hat sich der Konzern viel mit sich selbst beschäftigt, mit dem radikalen Umbau und mit der Schmiergeldaffäre. Jetzt will Siemens
wieder in die Offensive. In jedem Geschäft wolle man zu den beiden führenden Anbietern weltweit gehören, kündigte Löscher gestern in London an. "Mit unserer neuen Aufstellung, den weltweit klaren Verantwortlichkeiten und effizienteren Prozessen haben wir dafür die entscheidenden Voraussetzungen geschaffen." Reid-Anderson muss diese Voraussetzungen nur noch nutzen.
