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07.06.2006 
Leopold Stiefel

„Lächele mehr als andere!“

von Markus Fasse und Joachim Hofer

Sein Rezept ist einfach und erfolgreich. Wer in diesen Tagen bei Saturn oder im Media Markt Fernseher verkauft, sollte auf der Hut sein. Leopold Stiefel, Mitbegründer von Media Markt/Saturn, lehrt die Konkurrenz das Fürchten.

Die Düsseldorfer Filiale des Media Markts. Foto: dpaLupe

Die Düsseldorfer Filiale des Media Markts. Foto: dpa

INGOLSTADT. In der Masse der spät entschlossenen, WM-versessenen Flachbildschirmbegeisterteten könnte ein leicht gebräunter Mann im Anzug auftauchen. Er wird sich für die neue Technik interessieren. Er wird wissen wollen, warum Gerät A teurer ist als Gerät B und wozu er hochauflösendes Fernsehen braucht. Wie viel der kleine TV-Händler auf der anderen Straßenseite für sein Wunschgerät nimmt, weiß er mit Sicherheit. Er kennt sich in der Branche aus wie kein Zweiter.

„Ich habe selbst einmal als kleiner Radiohändler angefangen“, sagt Leopold Stiefel heute. Er ist Mitbegründer, Miteigentümer und Geschäftsführer der Media Saturn Holding, der größten Elektrokette Europas, einer 75-Prozent-Tochter der Düsseldorfer Metro. In nur 25 Jahren hat Stiefel ein Imperium geschaffen aus Media- und Saturn-Märkten, das sich von Polen bis Portugal erstreckt. 40 000 Menschen verkaufen jeden Tag Spülmaschinen, Rasierapparate und Flachbildfernseher. Der Umsatz im vergangenen Jahr: 13 Milliarden Euro. Und während der deutsche Einzelhandel jammert, wollen Media Markt und Saturn dieses Jahr alleine hier zu Lande zwei Dutzend neue Filialen aufmachen. Expansion ist geil.

Begonnen hat die Erfolgsgeschichte Ende der siebziger Jahre. Die Deutschen hatten die Taschen voll, Popmusik und Hifi-Anlagen waren der Hit. Doch wer so eine moderne Kompaktanlage haben wollte, musste zum biederen Radiohändler. Dort war die Auswahl bescheiden, die Preise hoch und das Ambiente muffig. Musikkassetten oder Schalplatten suchte man vergeblich.

Ein Fehler, wie der damalige Verkaufsleiter eines großen Münchener Rundfunkhändlers feststellt. „Irgendwann haben wir gemerkt, wir brauchen viel mehr Platz“, sagt Leopold Stiefel rückblickend. Das Flüchtlingskind träumt von einem großen Markt.

Seine Augen leuchten, wenn er aus den Anfangstagen erzählt, als wolle er seine Geschäftspartner noch einmal zu so einem Husarenstück überreden. Schallplatten, Stereoanlagen und Waschmaschinen verkaufen wie in einem Supermarkt? „Damals musste man an sich und seine Idee schon sehr stark glauben“, sagt Stiefel heute.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Nicht nur das Verkaufsrezept ist neu.

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