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07.06.2006 

Mit dem Ehepaar Helga und Erich Kellerhals und dem Werbeprofi Walter Gunz macht er sich selbstständig. Bankkredite gibt es keine, die Lieferanten sollen die Ware auf Kredit liefern, eine revolutionäre Idee. Pünktlich zum Weihnachtsgeschäft 1979 eröffnet im Münchener Euro-Industriepark der erste Media Markt.

Nicht nur das Verkaufskonzept ist neu. „Eine aufmerksamkeitsstarke, freche, witzige Werbung“ soll die neuen Elektromärkte bekannt machen. Aus biederen Prospekten machen Gunz und Stiefel „Extrablätter“, die mit griffigen Slogans in den Münchener Briefkästen landen. Mit der Torwartlegende Sepp Maier veranstaltet Stiefel auf dem Media-Markt-Parkplatz einen „Videorekorderweitwurf“. Es folgen Filialen in ganz Bayern und Mitte der Achtziger in ganz Deutschland.

Doch das Rad, das sie drehen, wird den Gründern zu groß: 1988 übernimmt die Metro-Tochter Kaufhof die Mehrheit, die sich wenig später auch die Kölner Saturn-Märkte einverleibt. Stiefel wird Geschäftsführer beider Gruppen – und behält weiter die Fäden in der Hand. Sein Motto für die beiden Marken: getrennt marschieren, gemeinsam schlagen.

In einem Ingolstädter Gewerbegebiet entsteht die Holding. Stiefel lernt zu delegieren und findet Zeit für Privates. In sein Büro hängt er Kunst der jungen Wilden, privat fährt er Harley Davidson. Im Urlaub bleibt das Telefon aus.

Das Konzept ist immer dasselbe: Die Zentrale sucht sich einen lokalen Geschäftsführer. Der steigt mit eigenem Kapital ein, Stiefel liefert die Ware und eine rote Managementfibel. Was zu welchem Preis angeboten wird, entscheidet alleine der Mann vor Ort. So verkauft etwa der Media Markt Fulda gleich ein Dutzend verschiedener Hackfleischhäcksler: Der Hesse macht seine Wurst halt gerne selber.

Lesen Sie weiter auf Seite 3: Zähneknirschend muss vor allem die Industrie feststellen, dass der Weg zum Kunden mehr denn je über Ingolstadt führt.

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