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07.06.2006 

„In unserer Branche haben nur wenige von den ganz Großen überlebt“, sagt Stiefel heute. Zähneknirschend muss vor allem die Industrie feststellen, dass der Weg zum Kunden mehr denn je über Ingolstadt führt. „Die reißerischen Aktionen sehen viele Produzenten skeptisch“, sagt ein Insider. Vor allem wenn die Preise mit Rabattaktionen in den Keller geprügelt werden, bekommt so mancher eine Wut im Bauch. So wie dieser Tage, weil Media Markt eine Null-Prozent-Finanzierung anbietet – nichts anderes als eine versteckte Preissenkung. Auch das Geschäftsmodell Stiefels wird kritisiert. Denn dass die einzelnen Märkte relativ frei handeln können, macht Absprachen der Produzenten schwierig.

Das ficht Stiefel in seiner Ingolstädter Zentrale aber nicht an. In der Audi-Stadt ist er mittlerweile eine feste Größe. Für die CSU sitzt er im Stadtrat, der örtliche Eishockeyclub kennt ihn als großzügigen Förderer. Gespielt wird mittlerweile in der ersten Liga, selbstverständlich in der Saturn-Arena. Und an der Fachhochschule Ingolstadt sponsert er einen Studiengang „Internationales Handelsmanagement“. Der Nachwuchs soll Grundsätze der Stiefelschen Philosophie lernen.

Eine der goldenen Regeln steht gerahmt in seinem Büro: „Lächele mehr als andere!“


Leopold Stiefel

1945: Er wird in Braunau am Inn geboren. 1959 schließt er die Volksschule ab.

1959: Er absolviert eine Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann in der Firma Dreyer & Schnetzer, Ingolstadt.

1962: Zunächst arbeitet er dort als Verkäufer, dann im Elektrohaus J. Fröschl. Später wird er Geschäftsführer der Firma FEG in Ingolstadt.

1979: Zusammen mit Erich und Helga Kellerhals sowie Walter Gunz gründet Stiefel in einem Münchener Industriegebiet den ersten Media Markt. Später übernimmt die Firma die Kette Saturn, und Metro wird Mehrheitsgesellschafter.

2006: Der verheiratete Vater von drei Kindern macht sich Gedanken über die Zeit nach seiner aktiven Laufbahn bei der Media Saturn Holding. Bereits heute sitzt er für die CSU im Stadtrat von Ingolstadt und engagiert sich für den ERC Ingolstadt, der in der Deutschen Eishockey-Liga spielt.

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