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27.09.2007 
EM Sport Media

Leo Kirch ist wieder da

von Christoph Hardt

Er ist fast blind und wird 81, er geht wie ein alter Mann, gilt landläufig als bankrott und ist trotzdem nicht kleinzukriegen. Leo Kirch kehrt auf die große Bühne zurück. Die 163 Millionen Euro in bar und Aktien, die er mit dem Verkauf seiner verdeckt gehaltenen Beteiligung an der Schweizer Highlight Communications an die Münchener EM Sport Media erzielt, sie sind nicht nur eine Summe, sondern auch eine Botschaft.

Der einstige Medienzar Leo Kirch startet einen neuen Versuch auf dem deutschen Medienmarkt. Foto: dpa Lupe

Der einstige Medienzar Leo Kirch startet einen neuen Versuch auf dem deutschen Medienmarkt. Foto: dpa

MÜNCHEN. Die Botschaft lautet: Ich bin wieder da. Offiziell ist der Medienunternehmer gestern nicht in Erscheinung getreten, er wirkte wie zumeist in all den Jahren im Verborgenen. Nur Werner Klatten, Kirch-Ziehsohn und amtierender Chef der EM Sport Media AG, erschien auf der Pressekonferenz in München. Und er redete nur Gutes über seinen Geschäftspartner: „Leo Kirch ist ein visionärer Unternehmer, er versteht etwas von dem, was wir tun. Und drittens hält er Unternehmensbeteiligungen langfristig.“ Muss man mehr erzählen?

Mit dem Verkauf der Highlight-Aktien an EM Sport Media schließt sich jedenfalls ein Kreis und wächst zusammen, was einst zusammengehörte. So hieß EM Sport früher EM.TV. Die Zocker-Firma der Brüder Haffa gehörte zum Einflussbereich Kirchs. Erst vorgestern hat EM Sport, an der Kirch nun gut elf Prozent hält, mit Premiere die strategische Partnerschaft ausgeweitet. Der Bezahlsender Premiere aber war Kirchs Lieblingsbaby, das ihn einst um Kopf und Kragen gebracht hat. Heute gedeiht das Unternehmen wieder wie so viele aus seiner Konkursmasse. Die Gerüchte, Kirch wolle über EM Sport bald auch für die Bundesliga mitbieten, sind seit gestern jedenfalls noch spannender geworden.

Dass Kirch kein armer Mann war, hat man geahnt. Branchenkreise taxierten sein Vermögen bald nach der Pleite auf gut 200 Millionen Euro. Im Mittelpunkt von dem, was übriggeblieben war, stand immer die KF 15 GmbH & Co KG, mit der Werner Klatten jetzt auch handelseinig wurde. Sie gehört je zur Hälfte Kirchs Ehefrau Ruth und dem Kirch-Intimus Dieter Hahn. De facto aber hat immer noch der Alte das Sagen.

Was Kirch mit dem vielen Geld anfangen wird, darüber spekulieren selbst gute Bekannte. Eines ist sonnenklar: Die leise Hoffnung der Deutschen Bank, dem Bankrotteur Kirch könne die Puste ausgehen, hat sich in Luft aufgelöst. Seit Jahren überzieht Kirch das Geldhaus und dessen Ex-Aufsichtsratschef Rolf Breuer mit Klagen. Kirch macht Breuer für den Zusammenbruch der Gruppe verantwortlich, weil dieser im Februar 2002 seine Kreditwürdigkeit in Zweifel gezogen hatte: „Der Rolf hat mich ruiniert.“ So tobt die juristische Auseinandersetzung vor diversen Gerichten, mal hatte Kirch die Nase vorn, mal erzielte die Bank Achtungserfolge. Auch wenn ihm der Bundesgerichtshof prinzipiell Schadensersatzansprüche zugebilligt hat, wird sich Kirch gedulden müssen.

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