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20.04.2007 

Woher das Geld für seine Firmen stammt, verrät er nicht. Auch nach Jahren gibt der schlitzohrige Filmproduzent die Namen nicht preis. Es sei ein vermögender Investor aus dem Ausland (aber nicht aus der Schweiz), gibt er gebetsmühlenartig immer wieder zu Protokoll. Doch sein Verhältnis zu Leo Kirch und seiner Frau Ruth gilt als nach wie vor eng.

Zur Illustration erzählt Mojto gern die Geschichte, wie Kirch seine Beziehungen in die damalige kommunistische CSSR spielen ließ und im Sommer 1983 die Ausreise von Mojtos Eltern erreichte. „Kirch war ein Ermöglicher. Er sagte mir: ,Ich will, dass deine Eltern zu dir kommen’“, erinnert sich Mojto. Das Geschäft war einfach: Kirch produzierte mit den Slowaken Filme. Und für die Devisen gab es im Gegenzug die Ausreisevisa. Jeweils zwei Visa pro Film.

Diesen Freundschaftsdienst in Zeiten des Kalten Krieges hat sein leitender Angestellter Leo Kirch nie vergessen. Geblieben ist auch die Abneigung gegen Ideologien. Mojto, der 1969, ein Jahr nach dem Einmarsch der Russen in der CSSR, seine Heimat verließ, orientiert sich ebenso wie Kirch lieber an den Werten der katholischen Kirche. Es ist kein Zufall, dass das Duo zwischen 1993 und 2002 die gesamte Bibel, von der Genesis bis zur Geschichte der Apostel, verfilmen ließ.

In seinem neuen Leben als Unternehmer ist Mojto selten in seiner Firmenzentrale im Münchener Vorort Oberhaching anzutreffen. Der Grandseigneur der Film- und Fernsehbranche, der opulente Essen schätzt und sich mit Jogging und Tennis fit hält, reist viel. „Als Produzent und Verkäufer ist kaum jemand in Europa so gut vernetzt wie Jan Mojto“, sagt Ufa-Chef Wolf Bauer. Und Mojto, der auch in München wohnt, denkt zwar noch nicht ans Aufhören. Doch seit eineinhalb Jahren arbeitet eine seiner beiden Töchter für sein Musikunternehmen Unitel und den Bezahlsender Classica. Ist die studierte Kulturmanagerin eine potenzielle Nachfolgerin?

Mojto geht es bei seinen Geschäften nicht nur ums Geld. Obwohl die Kasse bei einer nach eigenen Angaben zweistelligen Rendite stimmt: Kurz vor Weihnachten steht er an der Eingangstür der Alten Universität im verschneiten Salzburg. Mojto hat zum Privatkonzert mit Weltstar Anne-Sophie Mutter geladen. Mojto, Besitzer der Musikfirma Unitel und Betreiber des Bezahlsenders „Classica“, hat das Konzert organisiert – und lässt es mitschneiden. So verbinden sich seine Leidenschaft für Musik und das Geschäft aufs Vortrefflichste. Der Meister genießt es.

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