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07.10.2008 
John Lechleiter

Lieber zu Fuß ins Büro

von Georg Weishaupt

John Lechleiter schafft es ohne Chefgehabe an die Spitze von Eli Lilly

DÜSSELDORF. Er ist ein Mann ohne große Allüren. Seinen Weg ins Büro nach Downtown Indianapolis legt er anders als viele US-Manager oft zu Fuß zurück. „Weil meine Frau das Auto braucht“, wie John Lechleiter einem Reporter verriet. Und weil er die Zeit gerne zum Nachdenken nutze, fügte er hinzu.

Auf einem dieser Fußwege hat der Chef von Eli Lilly sicherlich auch den Deal durchgespielt, den er gestern bekanntgab: Der US-Pharmakonzern Eli Lilly will das Biotechnologieunternehmen Imclone Systems für 6,5 Milliarden US-Dollar übernehmen – eine der größten Übernahmen in der Geschichte des Pharmakonzerns.

Also auch für John Lechleiter, der erst im April den Posten des Chief Executive Officer (CEO) übernommen hat. Der 54-Jährige mit der hohen Stirn löste den langjährigen Vorstandschef Sidney Taurel ab. Der führte den Konzern knapp zehn Jahre und schaut weiterhin als Chairman seinem Nachfolger auf die Finger, bis Lechleiter dieses Amt im kommenden Jahr zusätzlich übernehmen wird.

Der Neue kennt sich bei der Nummer zehn des Welt-Pharmamarktes bestens aus. Der promovierte Chemiker startete seine Karriere bei Lilly bereits 1979. Er steigt in der Forschungsabteilung schnell auf und sammelt Erfahrungen außerhalb der USA. Lechleiter übernimmt immer hochrangigere Aufgaben im Bereich Forschung und Regulierungsfragen. Schließlich wird er im Jahr 2005 als President und Chief Operating Officer (COO) der Mann für das Tagesgeschäft des Konzerns – und rückt im April 2008 an die Konzernspitze.

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