Im Jahr 1999 wechselte Solmssen auf die andere Seite und ging zur Nummer eins, zum Siemens-Rivalen GE. Es heißt, der legendäre GE-Chef Jack Welch habe ihn abgeworben. Die Karriere ging also munter weiter, zunächst war er Chefjustiziar des Plastik-Bereichs, dann, ab 2004, Chefjurist der wichtigen Healthcare-Einheit. Dort, in London, lernte er später auch einen Mann namens Löscher kennen und schätzen. Der kam damals vom Rivalen Amersham, der von GE aufgekauft worden war.
Bekannte und Kollegen schildern Solmssen als weltläufigen, freundlichen, zugleich aber auch entschlossenen Manager. Seit 1981 ist der Vater dreier Kinder verheiratet. Er liebt die Oper, gilt als Kunstliebhaber und dürfte auch in München gut aufgehoben sein. Als Lieblingssport nennt er Tennis, im Ehrenamt war er Vize der deutsch-amerikanischen Handelskammer in New York.
Als Chefjustiziar und oberster Korruptionsbekämpfer rückt Solmssen bei Siemens nun in eine Schlüsselposition. Gegenüber dem Establishment wird ihm seine Deutschland-Erfahrung und die Liebe zur deutschen Kultur gewiss nicht schaden, in Richtung Amerika dürfte seine Expertise äußerst hilfreich sein. Schließlich gilt GE nicht nur in den USA als vorbildlich in Sachen Compliance. Siemens hat sich mit Solmssen davon einfach eine Scheibe abgeschnitten.
