Wie Stephen Schwarzman die Blackstone Group zur ersten Adresse für Beteiligungskapital machte. Eine Erfolgsgeschichte.
NEW YORK. Klein, freundlich, wasserblaue Augen und meist gerötete Pausbacken – auf den ersten Blick sieht Stephen Schwarzman aus, als könne er kein Wässerchen trüben. Doch dieser Eindruck verfliegt schnell, wenn man den Chef der New Yorker Beteiligungsgesellschaft The Blackstone Group reden hört. Gern erzählt Schwarzman Anekdoten wie die vom arroganten Empfangschef eines Londoner Hotels, der ihn zu lange auf ein Treffen mit der Geschäftsführung warten ließ. Pech für den Herrn: Schwarzmans Firma kaufte das Hotel, und der neue Besitzer feuerte prompt den hochnäsigen Angestellten. Seine Bemerkungen würzt Schwarzman auch mit Kritik an allgemein akzeptierten Meinungen – wie zum Beispiel der Ansicht, dass der US-Konjunkturboom noch Jahre anhält. Der Blackstone-Chef hat kürzlich spezielle Fonds für pleitebedrohte Unternehmen aufgelegt – in Vorbereitung auf die nächste Rezession.
Mit spitzen Ellenbogen und unkonventionellen Investitionen hat Schwarzman die Blackstone Group zu einer der weltweit führenden Beteiligungsgesellschaften gemacht. Dass er vor Konflikten nicht zurückschreckt, beweist sein Drang zu milliardenschweren Investitionen in Deutschland, trotz der „Heuschrecken-Debatte“ und trotz der monatelangen, hässlichen Auseinandersetzungen mit Minderheitsaktionären des Chemiekonzerns Celanese, den Blackstone übernahm und inzwischen an der New Yorker Börse platzierte. Das Prädikat „unkonventionell“ verdient sicherlich Schwarzmans jüngste Entscheidung, ein 4,5 Prozent großes Aktienpaket der Deutschen Telekom für 2,7 Mrd. Dollar zu kaufen. Traditionell konzentrieren sich Private-Equity-Firmen auf die Übernahme von Kontrollmehrheiten.
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