Zalm kam im September vor einem Jahr zum letzten Mal lächelnd mit dem kleinen Köfferchen ins niederländische Parlament. Darin enthalten die geheimen Haushaltsdokumente. Seine joviale Art darf nicht täuschen. Zalm ist unerbittlich, wenn es um die Durchsetzung seiner Interessen geht. So verwunderte es auch niemanden, dass er jetzt den britischen Wagniskapitalgeber Permira berät.
Gerrit Zalm war bis Ende Februar 2007 niederländischer Finanzminister und das über einen rekordverdächtigen Zeitraum – mit nur einer kurzen Unterbrechung seit 1994. Sein eisernes Haushaltsregiment veranlasste die Holländer zu einem geflügelten Wort. „Lass dich nicht zalmen“, warnten sie einander.
Mit teils giftiger Verbalakrobatik machte er sich im Inland wie im Ausland nicht nur Freunde. Seine scharfe Kritik an Deutschland etwa, als die Stabilitätsregeln der EU permanent verletzt wurden, ist in guter Erinnerung. Und bei der Gründung der Währungsunion 1998 hatte er Italiens Mitgliedschaft kategorisch abgelehnt und undiplomatisch von „Manipulation“ gesprochen.
