Also klemmte sich Wolfgang Otto ans Telefon und telefonierte Spitzenköche im deutschsprachigen Raum ab – mit Erfolg. Daraufhin beschlossen der heute 39-jährige gelernte Industriekaufmann Wolfgang, der Ex-Unternehmensberater Stephan und der Ex-Kraftwerksbauer Michael Otto den Fleischhandel zur Profession zu machen. Heute importieren die Ottos eine Tonne Wagyu pro Monat und versenden sie von ihrem Hinterhofbetrieb in Heinsberg in den ganzen deutschsprachigen Raum.
Namen nennen sie zwar nicht, doch klar ist, dass sich Vermögensverwalter für die Kundenkartei interessieren dürften: Apotheker, Ärzte, Banker, Unternehmer. Der Durchschnittskunde bestellt zu Ostern, Weihnachten und zum Geburtstag. In den Wochen vor den Festtagen steigen die Privatbestellungen von 50 auf über 500 pro Woche. Wenn dann einer der sieben Mitarbeiter krank wird, kann’s eng werden, sagt Otto. Denn er garantiert die Lieferung bis zwölf Uhr am nächsten Tag.Finanzkrise, Rezessionsangst?
Das sind für Otto und seine Kunden offenbar Fremdwörter. Im letzten Jahr verdoppelte sich der Umsatz, zu dem 650 Gastronomen rund 80 Prozent beisteuern. „Wir beliefern praktisch alle Sterneköche in Deutschland“, sagt Wolfgang Otto.
