Metro
und Conti
sind kein Einzelfall in Deutschland. Auch beim Entsorger Interseroh greift eine Familie nach der Macht - allen voran Axel Schweitzer.
DÜSSELDORF. Das Türschild ist schon ausgewechselt, doch traurig künden die grauen viereckigen Ränder an der weißen Tapete davon, dass noch vor wenigen Tagen jemand anders als Axel Schweitzer im Büro des Vorstandsvorsitzenden residierte.
Der Blick aus der Vorstandszentrale des Recyclingkonzerns Interseroh auf die triste Mauer gegenüber, mitten im gesichtslosen Industriegebiet auf Kölns ungeliebter rechter Rheinseite, dürfte die Stimmung kaum verbessern. Auch nicht, dass der seit Jahresanfang verheiratete Berliner, dessen Sohn vor vier Wochen zur Welt kam, nun erst einmal übergangsweise in einem Kölner Hotel nächtigen muss. Den Start seiner neuen "Alba Group", unter der die Familie Schweitzer ihren Berliner Abfallentsorger Alba mit der von ihr beherrschten Interseroh in Köln vereint und damit zur Nummer zwei nach Rethmann/Remondis aufsteigt, hätte sich der 39-Jährige sicherlich anders vorstellen können.
Schlimmer noch für den Spitzenfunktionär des Deutschen Basketball-Meisters "Alba Berlin": Gleich nebenan in Deutz in der Lanxess Arena, der ehemaligen Kölnarena, trumpfte bis vor kurzem noch der Erzrivale "Telekom Baskets Bonn" auf.
Der Mann spricht freundlich und leise, fast introvertiert. Große Gesten meidet der schlanke Wirtschaftsingenieur, der so gar nicht in die hemdsärmelige Abfallbranche passen mag. Kooperativ sei sein Arbeitsstil, sagt er, einen Kasernenton, wie ihn Wettbewerber pflegen, werde es bei ihm nicht geben.
