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07.01.2009 
Alexander Medwedjew

Medwedjew: Gazproms Besänftiger

von Klaus Stratmann, Thomas Wiede und Jürgen Flauger

Gazproms Ruf ist derzeit nicht der Beste: Als langer Arm des Kremel dreht der Konzern mehreren Ländern den Gashahn zu. Nun tingelt Vize-Chef Alexander Medwedjew durch Europa und soll dem Westen erklären, warum die Gaslieferungen stocken.

Alexander Medwedjew, Vize-Chef von Gazprom. Foto: PRLupe

Alexander Medwedjew, Vize-Chef von Gazprom. Foto: PR

BERLIN/DÜSSELDORF. Es ist mehr als frostig, als Gazprom-Vize Alexander Medwedjew gestern Mittag von London nach Berlin zu einem Krisengespräch mit Bundeswirtschaftsminister Michael Glos aufbricht. Der Firmenjet ist so sehr vereist, dass sich die russische Delegation kurzfristig ein anderes Flugzeug besorgen muss.

Im Bundeswirtschaftsministerium ist die Atmosphäre am Nachmittag auch nicht kuschelig warm. Er wolle den Gazprom-Manager an seine Lieferverpflichtungen erinnern, grummelte Glos schon am Vormittag. Der Minister hatte den Termin, den er eigentlich seinem Staatssekretär Jochen Homann überlassen wollte, kurzfristig zur Chefsache gemacht. Zu sehr war der Streit zwischen der Ukraine und Russland über Gaslieferungen über Nacht eskaliert.

Der Konflikt zwischen dem weltgrößten Gasexporteur und dem wichtigen Transitland Ukraine über neue Preise hat endgültig Europa erreicht. Russland drosselt seine Lieferungen weiter, die Ukraine schließt Pipelines. In vielen süd- und osteuropäischen Ländern kommt nur noch ein Bruchteil der üblichen Gasmengen an - und auch in Deutschland fällt der Druck in den Leitungen.

Wer wie viel Schuld daran trägt, ist schwer zu klären. Auch Glos und die EU-Kommission vermeiden eine klare Schuldzuweisung. Medwedjew, der das Exportgeschäft des Branchenriesen leitet, versucht die Schuld möglichst weit von seinem Arbeitgeber zu weisen und die Ukraine als Übeltäter hinzustellen.

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