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27.12.2007 
New Yorks Gouverneur Eliot Spitzer

Mit dem Kopf durch die Wand

von Christine Mattauch

Mit seinem harten Vorgehen gegen US-Konzerne machte sich Eliot Spitzer als Staatsanwalt einen Namen. Als Gouverneur von New York beschert ihm seine Art einigen Ärger. In Rekordzeit hat Spitzer das Kunststück vollbracht, nahezu alle gegen sich aufzubringen, selbst Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton.

Einst deckte er Skandale auf. Als Gouverneur hat Eliot Spitzer jetzt die Erfahrung gemacht, wie es ist, selbst im Mittelpunkt eines Skandals zu stehen. Foto: APLupe

Einst deckte er Skandale auf. Als Gouverneur hat Eliot Spitzer jetzt die Erfahrung gemacht, wie es ist, selbst im Mittelpunkt eines Skandals zu stehen. Foto: AP

NEW YORK. Es war eine Anekdote aus seinem Privatleben, mit der Eliot Spitzer um Sympathien warb. Als er und seine spätere Frau sich kennenlernten, habe sie ihn nicht gemocht, verriet der Gouverneur des Staates New York auf der Klausurtagung der demokratischen Fraktion Ende November. Nicht einmal zum Essen habe er sie ausführen dürfen. Aber er habe nicht aufgegeben. "Heute sind wir glücklich verheiratet", sagte Spitzer. Dann bat er seine Parteifreunde um eine zweite Chance.

Die braucht der hochgewachsene Mann mit dem scharfen Kinn dringend. In Rekordzeit hat Spitzer das Kunststück vollbracht, nahezu alle gegen sich aufzubringen, mit denen er zu tun hatte: die Opposition, die eigene Fraktion, selbst Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton. Dabei war der Demokrat vor einem Jahr als Hoffnungsträger seiner Partei angetreten: Er erhielt 69 Prozent der Stimmen, so viel wie kein anderer Gouverneur vor ihm, und beendete eine zwölfjährige Regentschaft der Republikaner in der Staatshauptstadt Albany.

Zuvor hatte sich Spitzer als New Yorker Generalstaatsanwalt einen Ruf als Aufräumer und Rächer der Geprellten erarbeitet. Mit seinem gnadenlosen Vorgehen gegen Spitzenmanager und Banker hat er sich an der Wall Street zahlreiche Feinde gemacht. Doch die breite Öffentlichkeit feierte ihn als Helden, machte ihn zum berühmtesten Staatsanwalt Amerikas. Sein Erdrutschsieg bei der Wahl zum Gouverneur kam daher nicht überraschend. Man traute ihm fast jedes Amt zu. Er wurde sogar als neuer US-Präsident gehandelt.

Doch davon spricht derzeit keiner mehr. Der Sympathievorschuss, der ihn ins Amt brachte, ist verspielt, seine Popularität bei den Wählern deutlich gesunken: Nur noch 25 Prozent würden abermals für ihn stimmen. "Er hat seinen großen Rückhalt für nichts und wieder nichts aufs Spiel gesetzt", sagt Gewerkschaftsführer Dennis Rivera. "Ich habe so etwas in der Politik noch nie erlebt."

Als Gouverneur des Staates New York genießt Eliot Spitzer Beachtung weit über die Staatsgrenzen hinaus. Er ist zwar nur einer von 52 Gouverneuren in den USA, doch er setzt Rahmenbedingungen für die Stadt New York, die stets im Blickpunkt der Öffentlichkeit steht.

Ob Verkehr, Gesundheit oder Schulwesen - in vielen Bereichen wird die letzte Entscheidung nicht in der City Hall von Manhattan getroffen, sondern im New York State Capital in Albany. Auch mit seiner Budgetplanung greift der Gouverneur in die Belange der lokalen Ebene ein. Derzeit wird zum Beispiel darum gerungen, ob Albany der New Yorker U-Bahngesellschaft einen Zuschuss gewährt, damit sie die Preise stabil halten kann.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Spitzer will mit dem Kopf durch die Wand

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