Am Dienstag besiegelte der Generikaveteran Bruce L. Downey eine Vereinbarung mit dem Bayer
-Konzern, die dem Konzern Barr
Pharmaceuticals den Vertrieb einer eigenen Version der Pille Yasmin erlaubt. Geschäfte dieser Art sind selbst den Branchengrößen meist noch fremd. Für Downey allerdings ist dies fast "business as usual". Ein Profil.
FRANKFURT. Für große etablierte Pharmahersteller sind solche Deals zuweilen noch ungewöhnlich. Für Bruce L. Downey, den Chef des amerikanischen Generikaherstellers Barr
Pharmaceuticals, gehören sie längst zur Routine: Am Dienstag besiegelte der erfahrene Generikaveteran eine Vereinbarung mit dem Bayer
-Konzern, die Barr
das Recht einräumt, ab Anfang Juli eine eigene Version des erfolgreichen Verhütungsmittels Yasmin von Bayer
als sogenanntes "autorisiertes" Generikum in den USA zu vermarkten.
Die Nummer vier der Generikabranche hat damit künftig an einem Geschäft teil, das zuletzt rund 320 Mill. Euro in die Kasse von Bayer
spülte und zu den wichtigsten Wachstumsträgern für die Pharmasparte des Leverkusener Konzerns gehört.
Den entscheidenden Durchbruch indessen erzielte Downey bereits Anfang März, als ein US-Gericht das Patent auf die Yasmin-Zubereitung als nichtig erklärte. Bereits damals war klar, dass Barr
in der ein oder anderen Form mit einer Yasmin-Kopie an den Start gehen würde - auch wenn Bayer
gegen die Entscheidung Berufung einlegte.
Die Einigung bietet nun für beide Seiten die Möglichkeit, das Beste aus Sieg und Niederlage zu machen. Bayer
kann über Produktlieferungen und Lizenzen wenigstens noch teilweise an der Generikakonkurrenz partizipieren. Downey gewinnt für Barr
juristische Sicherheit, spart sich über einen Liefervertrag mit Bayer
den Aufbau einer eigenen Produktion und sichert sich gleichzeitig exklusive Vertriebsrechte auch für Yaz, eine modifizierte Variante von Yasmin, wenn deren Patent Anfang des nächsten Jahrzehnts ausläuft.
