0 Bewertungen
25.06.2008 
Bruce Downey, Chef von Barr

Mit den Waffen eines Anwalts

von Siegfried Hoffmann

Am Dienstag besiegelte der Generikaveteran Bruce L. Downey eine Vereinbarung mit dem Bayer-Konzern, die dem Konzern Barr Pharmaceuticals den Vertrieb einer eigenen Version der Pille Yasmin erlaubt. Geschäfte dieser Art sind selbst den Branchengrößen meist noch fremd. Für Downey allerdings ist dies fast "business as usual". Ein Profil.

FRANKFURT. Für große etablierte Pharmahersteller sind solche Deals zuweilen noch ungewöhnlich. Für Bruce L. Downey, den Chef des amerikanischen Generikaherstellers Barr Pharmaceuticals, gehören sie längst zur Routine: Am Dienstag besiegelte der erfahrene Generikaveteran eine Vereinbarung mit dem Bayer-Konzern, die Barr das Recht einräumt, ab Anfang Juli eine eigene Version des erfolgreichen Verhütungsmittels Yasmin von Bayer als sogenanntes "autorisiertes" Generikum in den USA zu vermarkten.

Die Nummer vier der Generikabranche hat damit künftig an einem Geschäft teil, das zuletzt rund 320 Mill. Euro in die Kasse von Bayer spülte und zu den wichtigsten Wachstumsträgern für die Pharmasparte des Leverkusener Konzerns gehört.

Den entscheidenden Durchbruch indessen erzielte Downey bereits Anfang März, als ein US-Gericht das Patent auf die Yasmin-Zubereitung als nichtig erklärte. Bereits damals war klar, dass Barr in der ein oder anderen Form mit einer Yasmin-Kopie an den Start gehen würde - auch wenn Bayer gegen die Entscheidung Berufung einlegte.

Die Einigung bietet nun für beide Seiten die Möglichkeit, das Beste aus Sieg und Niederlage zu machen. Bayer kann über Produktlieferungen und Lizenzen wenigstens noch teilweise an der Generikakonkurrenz partizipieren. Downey gewinnt für Barr juristische Sicherheit, spart sich über einen Liefervertrag mit Bayer den Aufbau einer eigenen Produktion und sichert sich gleichzeitig exklusive Vertriebsrechte auch für Yaz, eine modifizierte Variante von Yasmin, wenn deren Patent Anfang des nächsten Jahrzehnts ausläuft.

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne
Anzeige

Weitere Beiträge aus dem Ressort

Handelsblatt Experten + Meinungen

Handelsblatt-Kommentar

Kreditklemme: Harte neue Welt  Artikel in Merkliste

03.12.2008 von Robert Landgraf

Viele Unternehmer werden sich bald mit Wehmut an vergangene Zeiten erinnern. An Zeiten, in denen es einfach war, Kredite aufzunehmen, in denen sie ihnen von Banken regelrecht aufgedrängt wurden. Das gilt insbesondere für mittelgroße Firmen, die keinen Zugang zum Kapitalmarkt haben. Kommentar

Handelsblatt-Kommentar

Kontrollierter Konkurs  Artikel in Merkliste

03.12.2008 von Matthias Eberle

Lange ist es her, da nannten sie den weltgrößten Autokonzern „Generous Motors“. Kein anderes Unternehmen zahlte großzügiger. Jetzt soll die Regierung dafür zahlen, dass die US-Autoindustrie seit Jahren den internationalen Wettbewerb ignoriert und darüber hinaus Fahrzeuge baut, die der Kunde nicht mehr will. Kommentar

weiterHandelsblatt Quiz

Vorstandsbezüge: Quiz: Was Dax-Manager verdienen

Los geht's!Über Ihre Gehälter wird derzeit viel diskutiert. Deutsche-Bank-Chef Ackermann verzichtet 2008 nun auf jegliche Boni. Aber was verdienen die Chefs der Dax-Unternehmen überhaupt?
Testen Sie Ihren Realitätssinn!
Anzeige