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28.02.2008 
Eon-Ruhrgas-Chef Burckhard Bergmann

Mit trockenem Humor

von Jürgen Flauger

Streitbar, hartnäckig und verlässlich: Eon-Ruhrgas-Chef Burckhard Bergmann hat die Gasbranche geprägt wie kein anderer. Heute feiert der 65-Jährige seinen Abschied.

Lupe

DÜSSELDORF. Der Mann mit dem Schutzhelm wirkt noch etwas unsicher im Umgang mit Mikrofon und Kamera. Er steht auf einer Förderplattform mitten in der norwegischen Nordsee und erzählt den Zuschauern, warum die Gaslieferungen die Versorgung der deutschen Haushalte sichern.

Die Szene von Anfang der achtziger Jahre läuft über eine Großleinwand in der ehrwürdigen Johannes-a-Lasco-Bibliothek von Emden. Viel Prominenz hat sich hier Anfang September 2007 im Veranstaltungssaal der Kirche mit ihren gotischen Backsteinbögen versammelt: Gasmanager aus Deutschland, Norwegen und den USA, Politiker und alte Haudegen der Branche feiern „30 Jahre Erdgaslieferbeziehungen mit Norwegen“.

Der Mann aus dem Video ist selbst in Emden und redet wieder über sein Hauptthema: „Versorgungssicherheit“ – aber inzwischen als Vorstandschef der größten deutschen Gasgesellschaft, Eon Ruhrgas.

Die Feier in Emden ist für Burckhard Bergmann auch so etwas wie eine persönliche Bilanz. Bergmann hat in den vergangenen drei Jahrzehnten wie kein zweiter Gasmanager dafür gesorgt, dass Deutschland sicher mit Erdgas versorgt wird, nicht nur mit norwegischem, auch mit russischem. Am morgigen Freitag hat er, gerade 65 Jahre alt geworden, seinen letzten Arbeitstag und übergibt den Chefposten an Bernhard Reutersberg. Bereits heute Abend wird er in Düsseldorf feierlich verabschiedet.

36 Jahre, fast sein gesamtes Berufsleben, hat der promovierte Physiker im Unternehmen verbracht und Ruhrgas entscheidend geprägt. Schon mit 37 rückt er in den Vorstand auf, dem er seit 2001 vorsteht. Bergmann war jahrzehntelang vor allem der Chefeinkäufer von Deutschlands größtem Gasimporteur, der heute mit 12 700 Mitarbeitern rund 25 Milliarden Euro umsetzt.

Schon in jungen Jahren verhandelt er im Iran über die Lieferung von Flüssiggas, später beschafft er mit diplomatischem Geschick langfristige Lieferverträge mit Russland und Norwegen. Bei ausländischen Verhandlungspartnern gilt der passionierte Jäger als ebenso hartnäckig wie verlässlich. Vor allem bei den Russen erwirbt er sich wegen der guten Zusammenarbeit mit Gazprom viel Respekt: Der drahtige Manager sitzt als einziger Ausländer im Direktorium des russischen Branchenriesen Gazprom. Er ist Honorarkonsul von Russland in Nordrhein-Westfalen. Und die russische Vereinigung unabhängiger Direktoren wählt ihn 2007 zum „Direktor des Jahres“ – weil er sich um eine transparentere Unternehmensführung bei Gazprom bemüht.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Er muss nicht ganz loslassen

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