Bundespräsident Horst Köhler hatte erst kürzlich die Wirkung des Kodexes heftig bezweifelt, weil er nicht in der Lage sei, die "Rundum-Sorglospakete" für Manager zu verhindern. Cromme dagegen glaubt, dass die neue Managergeneration "nicht schlechter ist als die alte". Doch komme heute dank der Transparenz "viel mehr ans Licht als früher".
Eines der letzten Kodexprojekte von Cromme ist offenbar eine Regelung für Erfolgstantiemen. Es dürfte sich in der Öffentlichkeit nicht das "Gefühl ausbreiten", sagte er gestern, "was auch immer passiert, die Manager gewinnen."
Müllers Agenda
Letzte Sitzung: Gerhard Cromme will zur Übergabe der Kommissionsleitung an Klaus-Peter Müller noch einmal Governance-Geschichte schreiben. Nach Informationen des Handelsblatts stehen auf der Sitzung der Kodex-Kommission am Freitag zwei Themen zur Debatte.
Frauenquote: Der Kodex könnte dann um eine Empfehlung erweitert werden, die Zahl weiblicher Aufsichtsräte auszuweiten. Schlagzeilen machte zuletzt Norwegen, wo eine Frauenquote gesetzlich vorgeschrieben ist. Hierzulande wird es wohl auf eine "angemessene Quote" hinauslaufen.
Aktienbesitz: Um Manager auch schwierige wirtschaftliche Situationen spüren zu lassen, stehen Haltefristen für Aktien des eigenen Unternehmens zur Diskussion, möglicherweise bis zum Ende der Vertragslaufzeit.
