0 Bewertungen
24.07.2007 
Egon Behle löst Udo Stark ab

MTU bekommt einen neuen Chef

von Markus Fasse

Der Triebwerkshersteller MTU besetzt seine Chefposten in Vorstand und Aufsichtsrat neu. Zum 1. Januar 2008 wird Egon Behle (51) neuer Vorstandsvorsitzender der MTU. Behle kommt vom Autozulieferer ZF Friedrichshafen und löst bei der MTU Udo Stark (59) ab.

Udo Stark räumt den Chefposten des Triebwerksherstellers MTU Aero Engines. Foto: dpaLupe

Udo Stark räumt den Chefposten des Triebwerksherstellers MTU Aero Engines. Foto: dpa

MÜNCHEN. Stark hatte im März erklärt, dass er seinen Vertrag über das 60. Lebensjahr hinaus nicht verlängern wolle. Als Aufsichtsratschef scheidet zudem Johannes Huth aus. Huth hatte als Partner bei der Beteiligungsgesellschaft Kohlberg, Kravis Roberts & Co (KKR) die MTU an die Börse gebracht. Huths Nachfolger wird Rheinmetall-Chef Klaus Eberhardt, der seit April dem Kontrollgremium angehört.

Mit Stark und Huth gehen die beiden zentralen Figuren, die MTU an die Börse geführt haben. Die ehemalige Tochter des Autoherstellers Daimler-Chrysler wurde 2003 an KKR verkauft, 2006 ist der Finanzinvestor vollständig ausgestiegen. Der Börsengang 2005 wurde ein großer Erfolg, der Ausgabekurs von 21 Euro war schnell überschritten, aktuell notiert das Papier bei knapp 50 Euro. Eine Performance, die auch Stark zugute kommt. Der scheidende Vorstandschef erhielt beim Börsengang eine Million MTU-Aktien, die er seitdem nach und nach verkauft.

„Auf die neue Herausforderung bei der MTU, einem so renommierten Unternehmen der Hochtechnologie, freue ich mich sehr“, sagte der designierte Vorstandschef Behle. Der studierte Luft- und Raumfahrtingenieur begann seine Karriere beim Autozulieferer Bosch, und war Ende der achtziger Jahre Vertriebsleiter bei dem Raumfahrtkonzern Dornier, der heute in der EADS aufgegangen ist. Bei ZF Friedrichshafen sanierte er den Bereich Lenksysteme, der zuvor tief in die Krise gerutscht war.

Sanierungsfähigkeiten sind bei der MTU derzeit nicht gefragt, das Unternehmen fliegt in einem guten Umfeld. Die Flugzeugindustrie boomt, Zulieferer wie die MTU haben die Bücher voll. Im vergangenen Jahr stieg der Umsatz um elf Prozent auf 2,42 Milliarden Euro, der Gewinn legte glatt um ein Drittel zu. Die Halbjahreszahlen für 2007 will der Konzern heute vorlegen. Vor allem das Wartungsgeschäft, früher eher eine Randaktivität, wächst rasant. Die MTU will vor allem in Hannover neue Kapazitäten für die Instandhaltung aufbauen.

Dennoch stehen die Triebwerkhersteller vor großen Herausforderungen. Die Industrie ist gefordert, den Spritverbrauch und Schadstoffausstoß der Flugzeuge deutlich zu verringern. Die MTU arbeitet dabei unter anderem an Aggregaten mit Wärmetauschern, die bereits im kommenden Jahrzehnt zum Einsatz kommen könnten.

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne

Beiträge zum Thema

Anzeige

Weitere Beiträge aus dem Ressort

Handelsblatt Experten + Meinungen

Handelsblatt-Kommentar

Bitterer Beigeschmack  Artikel in Merkliste

04.09.2008 von Thomas Wiede

Das Schlimmste scheint überstanden zu sein: BP hat sich mit seinen russischen Partner darauf verständigt, wie es beim umkämpften Ölkonzern TNK-BP weiter gehen soll. Als Sieger dürfen sich bei dem Kompromiss, den die beiden zerstrittenen Partnern bekanntgegeben haben, die Russen fühlen. Kommentar

Handelsblatt-Kommentar

BP als Beispiel  Artikel in Merkliste

04.09.2008 von Thomas Wiede

So läuft das in Russland: Die Oligarchen spannen Gerichte und Behörden ein, der Kreml schaut zu und schweigt. Kommentar

weiterHandelsblatt Quiz

Werbesprüche-Quiz: Auf Kundenfang mit dem Wir-Gefühl

Los geht's!Seit 1990 ist „Wir“ das wichtigste Wort in der Werbesprache. Wissen Sie, wer noch mit dem Sinn für Gemeinschaft auf Kundenfang geht?
Testen Sie Ihr Wissen!
Anzeige