0 Bewertungen
19.09.2007 
Fiat-Manager Luca de Meo

Nachwuchstalente an die Spitze

von Katharina Kort

Der Fiat-Manager Luca De Meo steigt zum Marketingchef des Gesamtkonzerns auf. Bisher war der 40-Jährige Markenverantwortlicher der Autosparte Fiat Automobiles. In Zukunft ist er für das Marketing des Gesamtkonzerns aus Turin zuständig, also auch für die Lastwagentochter Iveco und die Landmaschinentochter CNH.

De Meo war bereits für den Marktauftritt des neu aufgelegten Fiat 500 verantwortlich. Foto: dpaLupe

De Meo war bereits für den Marktauftritt des neu aufgelegten Fiat 500 verantwortlich. Foto: dpa

MAILAND. Als Marketingchef des Konzerns rückt De Meo auch in das wichtige Gremium „Group Executive Council“ auf, das ausführende Organ des Konzerns neben dem Vorstand (Board of Directors).

De Meo gehört zu den sogenannten „Marchionne Boys“, einer Gruppe junger Manager, mit denen der seit drei Jahren amtierende Vorstandsvorsitzende Sergio Marchionne die Kehrtwende bei dem angeschlagenen Traditionskonzern geschafft hat. Zuletzt war De Meo für den erfolgreichen Marktauftritt des neu aufgelegten Klassikers „500“ (Cinquecento) verantwortlich, der schon jetzt kaum der Nachfrage nachkommen kann. Zuvor war er am Marktauftritt des erfolgreichen neuen „Grande Punto“ beteiligt.

Für den jungen Marketing-Veteranen, der sich, wie Mitarbeiter berichten, je nach Automodell im Nadelstreifenanzug oder im Fiat-Sweatshirt mit Reißverschluss und Turnschuhen kleidet, war Fiat allerdings längst nicht die erste Station seiner Karriere. Gleich nach seinem Wirtschaftsstudium an der renommierten Mailänder Bocconi-Universität heuerte er bei dem französischen Hersteller Renault an. Dort führte er unter anderem den „Clio“ ein. Später wechselte er nach Brüssel zu Toyota und organisierte für die Japaner den Auftritt des Verkaufsschlagers „Yaris“.

Im Jahr 2002 kam er dann zu Fiat, dessen Autosparte damals durch die schwerste Krise ihrer Geschichte ging. Er sollte bei Lancia den neuen Thesis voranbringen. Auch mit dem Ypsilon hatte er später Erfolg, wie Marktkenner berichten, und so beförderte Fiat-Chef Marchionne das Nachwuchstalent zum Markenchef der Autosparte. Als Marchionne im vergangenen Jahr ankündigte, die Leitung von Fiat Auto abzugeben, galt De Meo als potenzieller Nachfolger. Mittlerweile hat Marchionne die Ankündigung jedoch zurückgenommen und wird weiterhin Chef des Gesamtkonzerns und der Autosparte bleiben.

Außer De Meo rückt auch der deutsche Entwicklungschef Harald Wester als Chief Technology Officer ins Group Executive Council auf. Den Posten als Markenchef von Fiat Automobiles übernimmt Lorenzo Sistino.

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne

Beiträge zum Thema

Anzeige

Weitere Beiträge aus dem Ressort

Handelsblatt Experten + Meinungen

Handelsblatt-Kommentar

Kreditklemme: Harte neue Welt  Artikel in Merkliste

03.12.2008, 20:08 Uhr von Robert Landgraf

Viele Unternehmer werden sich bald mit Wehmut an vergangene Zeiten erinnern. An Zeiten, in denen es einfach war, Kredite aufzunehmen, in denen sie ihnen von Banken regelrecht aufgedrängt wurden. Das gilt insbesondere für mittelgroße Firmen, die keinen Zugang zum Kapitalmarkt haben. Kommentar

Handelsblatt-Kommentar

Kontrollierter Konkurs  Artikel in Merkliste

03.12.2008, 18:27 Uhr von Matthias Eberle

Lange ist es her, da nannten sie den weltgrößten Autokonzern „Generous Motors“. Kein anderes Unternehmen zahlte großzügiger. Jetzt soll die Regierung dafür zahlen, dass die US-Autoindustrie seit Jahren den internationalen Wettbewerb ignoriert und darüber hinaus Fahrzeuge baut, die der Kunde nicht mehr will. Kommentar

weiterHandelsblatt Quiz

Vorstandsbezüge: Quiz: Was Dax-Manager verdienen

Los geht's!Über Ihre Gehälter wird derzeit viel diskutiert. Deutsche-Bank-Chef Ackermann verzichtet 2008 nun auf jegliche Boni. Aber was verdienen die Chefs der Dax-Unternehmen überhaupt?
Testen Sie Ihren Realitätssinn!
Anzeige