Dennoch hat Kleinfeld bei Siemens
einiges bewegt. Als er die Nachfolge Heinrich von Pierers antrat, herrschte in weiten Teilen des Konzerns hoher Reparaturbedarf. Als Sanierer brachte Kleinfeld zielstrebig und schnell das verlustreiche Festnetzgeschäft in ein Gemeinschaftunternehmen mit Nokia
ein. Noch schneller verschenkte er die Handysparte an die taiwanische BenQ - die das Geschäft ein Jahr später in die Pleite schickte. Plötzlich, im Herbst 2006, war Kleinfeld der Buhmann, erst recht, als zeitgleich bekannt wurde, dass der Aufsichtsrat ihm und den Vorstandskollegen eine üppige Einkommensverbesserung genehmigt hatte. "Deutschlands frechste Gehaltserhöhung" titelte "Bild".
Ohnehin trat der gebürtige Bremer bei Siemens
in so manches Fettnäpfchen. Zum Beispiel als er für ein Siemens
-Foto seine Rolex aus dem Bild retuschieren ließ. Für die Feinheiten der Chef-Kommunikation brachte er wenig Gespür mit, das war ein Teil seines Verhängnisses.
Denn mit den harten "facts and figures" konnte er stets punkten, die Börse honorierte seinen Kurs. Ob er in der Schmiergeldaffäre anfangs energisch genug intern ermitteln ließ, ist umstritten. Auf eine persönliche Verstrickung Kleinfelds in den Skandal jedenfalls gibt es bis heute keinerlei Hinweise. Dennoch musste Kleinfeld im Zuge der Affäre abtreten. Der Aufsichtsrat wollte seinen Vertrag angesichts der unklaren Gefechtslage nicht verlängern.
Kleinfeld jedenfalls zeigte nach 20 Jahren bei Siemens
im Abschied Größe. Trat nicht nach, präsentierte am Morgen nach der Rücktrittsankündigung noch einmal glänzende Quartalszahlen und sagte lakonisch: "Wo sich eine Tür schließt, öffnen sich zehn neue." In der Tat. Nach dem Abschied bei Siemens
blieb er nicht lange ohne Job. Als einer der wenigen Deutschen ergatterte er sich einen Top-Posten bei einem der großen US-Konzerne: Alcoa
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Mitarbeit von: Christoph Hardt
