08.02.2010

Neue SAP-Chefs: Mit dem Zweiten läuft es besser

Die neue Doppelspitze beim Softwareriesen SAP mit Bill McDermott und Jim Hagemann Snabe ist eine charmante Lösung nicht zuletzt für die verärgerten Kunden. Doch sie birgt Risiken.

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Bill McDermott (re.) und Jim Hagemann Snabe: Neue Doppelspitze bei SAP. Quelle: dpaLupe

Bill McDermott (re.) und Jim Hagemann Snabe: Neue Doppelspitze bei SAP. Quelle: dpa

FRANKFURT/DÜSSELDORF. Die erste Reaktion fiel verhalten aus. Um fast zwei Prozent ging die Aktie des Softwareherstellers SAP gestern in den Keller. So recht mögen die Investoren dem neuen Duo, das künftig den weltgrößten Hersteller von Firmensoftware führen wird, offensichtlich noch nicht trauen. Dabei hat der für den geschassten Chef Leo Apotheker sicherlich harte Beschluss des Aufsichtsrats durchaus Charme.

Auf den ersten Blick mag das schwer zu erkennen sein. Bill McDermott und Jim Hagemann Snabe könnten unterschiedlicher kaum sein. McDermott ist auf den ersten Blick einer jener typisch amerikanischen "Sales-Guys", Vertriebsprofi mit ganzer Seele. Seit 2002 steht der Amerikaner in Diensten der SAP, hat seitdem deren US-Geschäft saniert und massiv nach vorne gebracht.

Die leicht grau melierten Haare mit dem Seitenscheitel sitzen perfekt wie stets auch der Anzug. Wer den 48-Jährigen trifft, könnte glauben, er käme eben aus der Maske für die bevorstehende TV-Show. Auch Sätze wie jener, ausschließlich das Beste für die Kunden zu wollen, klingen für die IT-Industrie wohlvertraut und wenig prickelnd. Doch wer dem ehemaligen Manager des SAP-Rivalen Siebel intensiver zuhört, merkt, dass das mehr als Standards sind.

Anders als etwa sein Vorgänger Apotheker ist McDermotts Vertriebsansatz sehr amerikanisch. "Der Kunde zahlt, also bestimmt er, wo es langgeht. Das ist mehr als nur reines Verkaufen, wie etwa Leo es gepredigt hat", sagt ein Vertriebsmanager von SAP. Die durch Wartungspreisanhebungen zuletzt arg frustrierten Kunden werden es sicherlich mit Freude vernehmen.

McDermott weiß, was es heißt, als Amerikaner für SAP zu arbeiten. Als er dort anfing, habe er schnell gesehen, dass das Verhältnis der SAP zu ihren deutschen Stammkunden ein besonderes war, erzählt er. "Von Deutschland lernen, das ist seitdem mein Credo", so McDermott. Eines, mit dem er in der Firmenzentrale Walldorf seitdem kräftig Punkte gesammelt hat. "McDermott kommt gut an bei der SAP-Belegschaft, insofern ist seine Berufung eine gute Wahl", sagt ein SAP-Mitarbeiter.

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