AMD
ist fest davon überzeugt, dass sich Intel
diese starke Position nicht allein durch gute Produkte erarbeitet hat. Der Konzern, der seine Chips nur in seinen beiden Dresdner Werken produziert, wirft Intel
vor, seine Marktmacht zum Schaden der Kunden zu missbrauchen. Dabei geht es um Rabatte und Zuschüsse von Intel
an Computerhersteller und Händler, die im Gegenzug auf AMD
-Produkte verzichten.
Intel
bestreitet die Vorwürfe. Doch die EU-Kommission in Brüssel ermittelt ebenso wie die US-Behörden. Vergangene Woche hat die EU ihre Untersuchungen sogar ausgeweitet. Sollte Meyer nun ein Erfolg auf juristischer Ebene gelingen, so wäre das ein Einstand nach Maß. Beobachter rechnen damit, dass die EU in den kommenden Monaten zu einer Entscheidung kommt. Denn das Verfahren zieht sich schon seit Jahren hin.
Meyer versprach zum Amtsantritt Ende vergangener Woche auch, intern auf die Tube zu drücken. Denn den Wunderchip "Barcelona" hatte er zwar mit großem Pomp im September vorgestellt. Liefern konnte er ihn aber hinterher nicht, zumindest nicht in ausreichender Menge, so dass Umsatz verlorenging.
Der neue Chief Executive Officer (CEO) ist auch privat auf einen Erfolg angewiesen. Denn sein Grundgehalt ist im Vergleich mit den Kollegen anderer großer US-Konzerne bescheiden. Der 46-Jährige bekommt 900 000 Dollar im Jahr, wie aus einer Mitteilung an die amerikanische Börsenaufsicht SEC hervorgeht. Zusätzlich ist ein Bonus in Höhe des Zwei- bis Vierfachen dieser Summe möglich, falls Meyer seine Ziele erreicht.
