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12.01.2007 

Die elegante und stolze Frau, die fern von ihrem Heimatort Santander in Internaten in der Schweiz, Großbritannien und Österreich groß wurde, erwarb viele Fähigkeiten, die ihrem Vater, der sich bis dato allein im hispanischen Kulturkreis aufhielt, kein Englisch sprach und von Investment-Banking wenig verstand, völlig abgingen. Das große Geld verdient Vater Botín immer noch im Massengeschäft.

Aber so sehr die 46-Jährige auch die Emanzipation von ihrem beruflichen Vorbild versucht: „Sie kommt an ihrem Vater, einem der reichsten und einflussreichsten Männer Spaniens und Lateinamerikas, nicht vorbei“, sagt Manuel Romera, Finanzdirektor an der spanischen Managementschule Instituto de Empresa. In einer von Männern dominierten Welt sei sie auf seine Hilfe angewiesen, er habe ihre Karriere vorgezeichnet.

So übertrug er der jungen Frau Ende der 90er-Jahre den Investmentbankbereich der SCH. Viele hielten ihn für wahnsinnig. Als sie in Lateinamerika Millionen in den Sand setzte, warf er sie 1999 ohne mit der Wimper zu zucken wieder hinaus und kam damit dem Wunsch des Fusionspartner Banco Central Hispano (BCH) nach.

Er ließ erst eine Zeit verstreichen, bis er Ana Patricia im Jahr 2002 den Job bei Banesto gab. In der Zwischenzeit baute seine Tochter wieder ein eigenes Leben auf, managte einen Risikokapitalfonds, beriet Technologiefirmen und sondierte neue Jobs in der ausländischen Finanzwelt. Schließlich blieb sie jedoch wieder in Spanien bei ihrem Vater hängen. „Sie kann der Herausforderung nicht widerstehen, einmal eine der größten Banken der Welt zu lenken. Sie gibt sich in seine Hände, in der Hoffnung, ihn bald zu beerben“, sagt ein Mitarbeiter. Sie ist eitel wie ihr Vater, dem sie aus dem Gesicht geschnitten ähnlich sieht. Der wird jedoch arbeiten, bis der Tod ihn von seiner Bank scheidet. Bis dahin muss sie durchhalten und beweisen, dass sie eine Bank mit der größten Effizienz führen kann. Bisher macht sie einen guten Job. Im vergangenen Jahr sank das Kostenertragsverhältnis bei Banesto von 40 auf 38 Prozent.


Banesto im Überblick

Nummer fünf: Banesto ist Spaniens fünftgrößtes Kreditinstitut. Die Bank ist eine Tochtergesellschaft der Santander Central Hispano (SCH). Sie ist nur im Inland tätig.

Neue Filialen: In diesem Jahr will Banesto 150 weitere Filialen eröffnen – bisher sind es bereits 1 800. Trotzdem wird die Bank 600 der 9 800 Angestellten in den Vorruhestand schicken. Das entspricht dem landesweiten Trend: mehr Verkaufsstellen, weniger Leute.

Wachstum: 2006 wuchs der Gewinn um 18 Prozent auf 673 Mill, Euro (bereinigt um einen Firmenverkauf). Vor allem die Baufinanzierung lief gut. 2007 setzt Banesto vor allem auf das Firmenkundengeschäft und will dort um mehr als 20 Prozent zulegen.

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