09.04.2008

Elisabeth Murdoch: Nicht ohne meinen Vater

Tochter Elisabeth Murdoch präsentiert sich auf der Film- und Fernsehmesse in Cannes als erfolgreiche Unternehmerin – und empfiehlt sich, den Medientycoon Rupert Murdoch zu beerben. Bislang gilt Bruder James als Favorit für den Chefposten. Doch die 39-Jährige stielt ihm mit einer beeindruckenden Leistungsbilanz die Schau.

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CANNES. Wie an einer Londoner Bushaltestelle standen die Produzenten und TV-Manager auf der Film- und Fernsehmesse in Cannes brav Schlange, um Elisabeth Murdoch zu hören. Die charmante Tochter des amerikanisch-australischen Medientycoons Rupert Murdoch sollte im Palais des Festivals über „Kreativität ohne Grenzen“ sprechen. Das Interesse an der blonden Unternehmerin aus London übertraf alle Erwartungen.

Das lange Warten wurde belohnt. Denn die willensstarke Gründerin des britischen TV-Produktionskonzerns Shine enttäuschte die internationale Fernsehgemeinde nicht. „Kreativität ist das Herz unseres Geschäfts. Ohne Kreativität können wir unseren Rucksack auf die Schulter schnallen und nach Hause gehen“, sagte Murdoch und lächelte in das überfüllte Auditorium.

Die Botschaft ist eindeutig: Hier steht eine Unternehmerin, die Kreativität und Geschäft zusammenbringen kann und zu Großem fähig ist. Hier steht eine Unternehmerin, die in der Lage ist, das milliardenschwere Erbe ihres Vaters Rupert anzutreten.

Dem Senior gehören über den Medienkonzern News Corp. beispielsweise die Sender Fox und BSkyB, die Wirtschaftszeitung „Wall Street Journal“, das Sensationsblatt „Sun“ und das Hollywoodstudio 20th Century Fox.

Auf die Frage, ob sie zum Imperium ihres Vaters zurückkehren will, sagt Elisabeth Murdoch ausweichend: „Man kann nie nie sagen.“ Dabei setzt sie wieder ihr vertrauensvolles Lächeln auf und legt den Kopf in eine kokette Schieflage.

Ihre eigene Leistungsbilanz beeindruckt. Mit ihrer Produktionsgesellschaft Shine und einer Reihe von Zukäufen in Großbritannien und in den Vereinigten Staaten ist es der Milliardärstochter gelungen, einen einflussreichen Konzern aufzubauen. „Elisabeth Murdoch hat die Nase, die richtigen Firmen zu kaufen“, sagt Jens Richter, Filmrechtechef von Pro Sieben Sat 1.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Bruder Lachlan hat schlechte Karten.

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