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04.04.2007 

Kopper selbst würde sich zu solchen Fragen oder über seine Gegner niemals öffentlich äußern. Das verbietet dem Ein-Meter-neunzig-Mann die preußische Erziehung. „Eine Hauptversammlung als Gericht zu missbrauchen ist in Deutschland üblich“, pflegte Kopper allenfalls hölzern zu formulieren.

Nur einmal, auf dem Aktionärstreffen des Daimler-Konzerns im Frühjahr 93, gingen Kopper die Nerven durch. Er verpasste dem Aktivisten Wenger Redeverbot und ließ ihn aus dem Saal schleppen. Das gab es noch nie. Koppers Image als stets kontrollierter Kontrolleur war angeschlagen. Kaum überrascht von diesem Ausbruch zeigten sich dagegen alle, die ihn kannten: Dass der stets Ruhige nur bis zu einem bestimmten Punkt gelassen blieb und dann explodierte, war kein Geheimnis.

Jetzt, nach 17 Jahren, tritt Kopper als Aufsichtsratschef bei Daimler ab. Und mit ihm endet auch eine Ära. Für Deutschland und für den Autokonzern. Der frühere Vorstandssprecher der Deutschen Bank ist die letzte Symbolfigur der Deutschland AG mit ihrer engen Verflechtung zwischen Banken und Industrie. Und er steht für den zweimaligen Radikalumbau des Daimler-Konzerns. Erst zum integrierten Technologiekonzern Edzard Reuters, dann zur Welt AG Jürgen Schrempps. Beide Konzepte sind gescheitert.

Die Deutschland AG ist inzwischen fast vollständig aufgelöst. Selbst die Deutsche Bank hat nur noch weniger als fünf Prozent der Daimler-Aktien. Solange aber Kopper Chefkontrolleur bei Daimler war, so lange lag die Vermutung in der Luft, dass in dem größten heimischen Industriekonzern nichts ohne die größte Bank im Lande geht. Der 72-Jährige selbst wird zwar nicht müde, sein Mandat als „rein persönlich“ zu qualifizieren. Doch schon ein Blick in die Geschichte des Daimler-Konzerns zeigt, dass das führende Geldhaus und der Stuttgarter Autohersteller ein besonderes Verhältnis pflegen. So spielte die Deutsche Bank 1926 als Geburtshelfer bei der Fusion der Daimler Motoren Gesellschaft mit Benz & Cie. eine Rolle. Auch später, in den 70er-Jahren, bewährte sich die enge Verbindung. Als 1975 Großaktionär Friedrich Karl Flick 39 Prozent der Daimler-Aktien an den Schah von Persien verkaufen wollte, stieg die Deutsche Bank mit 29 Prozent ein. Der Konzern war vorerst gegen eine feindliche Attacke geschützt.

Lesen Sie weiter auf Seite 3: Kopper und Schrempp finden einander.

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