Stattdessen betätigte sich Daimler-Benz später selbst aktiv am Umbau der Industrielandschaft unter wohlwollender Obhut der Deutschen Bank und im Besonderen Hilmar Koppers. Erste Baustelle: die Neuordnung der Luft- und Raumfahrtindustrie unter dem Dach der Daimler-Tochter Dasa.
In diesen Jahren lernten sich auch Kopper und Jürgen E. Schrempp besser kennen. „Brüder im Geiste“, sagen Menschen, die ihnen nahe stehen. Der Westpreuße Kopper wie der Badener Schrempp kämpften sich – ohne akademische Weihen – in die Spitzenjobs der Wirtschaft. Beide sind kantige Typen, denen der Zorn schnell zu Kopfe und in die Stimme steigt. Folgerichtig fädelte Schrempp auch mit Kopper den Deal des Jahrhunderts ein, die Übernahme des amerikanischen Autoherstellers Chrysler. Der wird nun rückabgewickelt – allerdings ohne die Beteiligung der beiden Herren.
Kopper hält sein Gegenüber immer ein wenig auf Distanz. Öffentliche Auftritte absolviert er routiniert, aber steif, seine Meinung formuliert er dennoch klar. Wie an diesem legendären 21. April 1994. Da sorgte er vor laufender Kamera für einen Skandal mit nachhaltiger Wirkung. „Wir reden hier eigentlich von Peanuts“, lautete der denkwürdige Satz. Gemeint waren Rechnungen über 50 Millionen D-Mark, die kleine Handwerker gegen den Pleitier Jürgen Schneider offen hatten. Für die Deutsche Bank kein Problem, wollte Kopper sagen. Angekommen war die Arroganz des Mächtigen.
Kein Zitat verfolgt den Manager so nachhaltig wie dieses. Kopper deshalb aber zu „Mr. Peanuts“ zu degradieren, das hieße, sein Wirken zu unterschätzen. Bei Daimler jedenfalls sind unter seiner Kontrolle Milliardenwerte gehoben, aber auch wieder versenkt worden.
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