0 Bewertungen
22.05.2007 
Schlüsselfunktionen neu besetzt

Pfizer sucht neue Top-Manager

Der Abschied von zwei Firmengrößen schafft beim Pharmakonzern Pfizer Bedarf für neue Manager. Gerade die Suche nach einem Nachfolger für den Chef der Forschungsabteilung, John LaMattina, ist von Bedeutung, denn gerade dort machten Insider bislang eine Schwäche aus.

Dow Jones NEW YORK. Beim weltgrößten Pharmakonzern Pfizer werden zwei Schlüsselfunktionen neu besetzt. Finanzchef Alan Levin werde das Unternehmen verlassen und der 57-jährige John LaMattina, der derzeit als President dem Bereich Forschung und Entwicklung (F&E) vorsteht, werde in den Ruhestand gehen, teilte Pfizer-Chef Jeffrey Kindler mit. Levin und LaMattina sollen allerdings noch so lange bleiben, bis Nachfolger gefunden sind. Man werde sich extern und intern nach Kandidaten umsehen.

Nach Einschätzung von Beobachtern setzt Kindler mit den Maßnahmen sein Versprechen um, den Pharmakonzern in ein schlankeres und produktiveres Unternehmen umzuformen. Zudem versucht Pfizer nun, die ernsthaften Probleme mit der Entwicklungspipeline in Angriff zu nehmen. Kritiker führen die Schwäche bei der Entwicklung neuer Medikamente unter anderem auf die Größe des Konzerns und auf die starke Konzentration auf Blockbuster zurück. Pfizer mit einem jährlichen Forschungsbudget von sieben Mrd. Dollar investiert mehr in diesen Bereich als die meisten Wettbewerber.

Pfizer hatte 2006 überraschend „aus Sicherheitsgründen“ die sofortige Einstellung der Entwicklung des vielversprechenden Cholesterinmedikaments Torcetrapib und aller damit verbundenen klinischen Studien angekündigt. Dies bezeichneten die Beobachter als schweren Schlag für den Konzern, denn Torcetrapib galt als das meistversprechende Medikament des US-Konzerns.

LaMattina war seit 1977 bei Pfizer tätig. „Ein neuer Verantwortlicher kann die Geschwindigkeit bei Entwicklung und Vermarktung deutlich beeinflussen“, sagte eine mit dem Vorgang vertraute Person dem „Wall Street Journal“. Martin Mackay, derzeit Vice President für R&D, gilt zwar als aussichtsreicher Kandidat, allerdings will sich Konzernchef Kindler auch nach einer externen Lösung umsehen. Kindler interessiert sich dabei besonders für Kandidaten mit Erfahrung in den Bereichen Impfstoffe und Biotechnolgie.

Der 45-jährige Finanzchef Levin übernahm die Position 2005 von David Shedlarz. Er will sich nach Konzernangaben anderen beruflichen Herausforderungen stellen.

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne
Anzeige

Weitere Beiträge aus dem Ressort

Handelsblatt Experten + Meinungen

Handelsblatt-Kommentar

Kreditklemme: Harte neue Welt  Artikel in Merkliste

03.12.2008, 20:08 Uhr von Robert Landgraf

Viele Unternehmer werden sich bald mit Wehmut an vergangene Zeiten erinnern. An Zeiten, in denen es einfach war, Kredite aufzunehmen, in denen sie ihnen von Banken regelrecht aufgedrängt wurden. Das gilt insbesondere für mittelgroße Firmen, die keinen Zugang zum Kapitalmarkt haben. Kommentar

Handelsblatt-Kommentar

Kontrollierter Konkurs  Artikel in Merkliste

03.12.2008, 18:27 Uhr von Matthias Eberle

Lange ist es her, da nannten sie den weltgrößten Autokonzern „Generous Motors“. Kein anderes Unternehmen zahlte großzügiger. Jetzt soll die Regierung dafür zahlen, dass die US-Autoindustrie seit Jahren den internationalen Wettbewerb ignoriert und darüber hinaus Fahrzeuge baut, die der Kunde nicht mehr will. Kommentar

weiterHandelsblatt Quiz

Vorstandsbezüge: Quiz: Was Dax-Manager verdienen

Los geht's!Über Ihre Gehälter wird derzeit viel diskutiert. Deutsche-Bank-Chef Ackermann verzichtet 2008 nun auf jegliche Boni. Aber was verdienen die Chefs der Dax-Unternehmen überhaupt?
Testen Sie Ihren Realitätssinn!
Anzeige