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24.06.2008 
Horst Brandstätter gibt nochmal Gas

Playmobil-Inhaber investiert in Blumenkübel

von Joachim Hofer
Horst Brandstätter ist Gründer und Alleinbesitzer des größten deutschen Spielwarenherstellers. Foto: dpa.Lupe

Horst Brandstätter ist Gründer und Alleinbesitzer des größten deutschen Spielwarenherstellers. Foto: dpa.

Der 74-Jährige Eigentümer der Spielwarenmarke Playmobil will es nochmal wissen. 26 Millionen investierte er in eine Fabrik, die Blumenkübel herstellt. Was unter Mitarbeitern und Branchenkennern zunächst auf Kopfschütteln stieß, erwies sich als goldrichtig.

ZIRNDORF. Einerseits lebt Horst Brandstätter fast wie ein Ruheständler. Der 74-Jährige kommt erst am späten Vormittag ins Büro. Gegen 13 Uhr verabschiedet er sich schon wieder und fährt auf den Golfplatz.

Andererseits gibt der Eigentümer der Spielwarenmarke Playmobil noch einmal richtig Gas. Gerade investiert er 26 Millionen Euro in eine Fabrik. Brandstätter will neben dem Geschäft mit den bunten Plastikfiguren ein zweites Standbein für seine Firma aufbauen. Mit Blumenkübeln aus Plastik will er sich unabhängiger machen vom Spielzeugmarkt.

Das verschlingt viel Geld und kostet Nerven. „Doch was soll ich machen?“ fragt Brandstätter. „Die Firma ist mein Leben, und ich will optimale Voraussetzungen schaffen, dass sie nach mir lange Bestand hat.“

Kunststoff-Sandaletten, dunkle Socken, ein blauer Pullover über dem Hemd und Hund Emma an der Seite: Deutschlands erfolgreichster Spielwarenfabrikant schert sich nicht viel um Etikette. Nur an diesem Donnerstagabend wird das für ein paar Stunden anders sein. Dann kommt Bayerns Ministerpräsident Günther Beckstein in die Playmobil-Zentrale nach Zirndorf, und mit vielen Gästen wird Brandstätter in seinen 75. Geburtstag hineinfeiern. In Anzug und Krawatte, versteht sich.

Trotzdem. Große Auftritte sind Brandstätters Sache nicht. Früher, so heißt es in seiner Heimat nahe bei Nürnberg, sei er aufbrausend und bisweilen cholerisch gewesen, kurz, ein unberechenbarer Patriarch. Als er Anfang der 90er-Jahre beschloss, den Winter in Florida zu verbringen, da galt er auch noch als Exzentriker.

Doch inzwischen ist er bedächtig. Oft gönnt er sich eine lange Bedenkzeit, bevor er redet. Immer laufen seine Gedanken aber auf einen Punkt hinaus: In einem letzten Kraftakt will er sein Unternehmen fit für die Zukunft machen.

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