„Lechuza“ heißt die Marke, unter der Brandstätter hochwertige Blumenkübel aus Plastik herstellt. Der Clou an den Gefäßen: Die Pflanzen müssen wochenlang nicht gegossen werden, weil das Wasser in einem Tank gespeichert und dann langsam abgegeben wird. Brandstätter: „Es muss nicht sein, dass man jeden Tag mit der Gießkanne rennt.“
Er fertigt nicht irgendwo, sondern nur ein paar Kilometer von seiner Zentrale entfernt in Dietenhofen. Dort steht auch das Stammwerk von Playmobil. Mit Lechuza hat er im vergangenen Jahr 22 Millionen Euro umgesetzt. In diesem Jahr sollen es schon mehr als 30 Millionen Euro werden. Zuletzt konnte er lange nicht so viel liefern, wie er hätte verkaufen können. Aber noch macht er mit Playmobil sein Hauptgeschäft. Im zurückliegenden Jahr waren es 427 Millionen Euro, zwölf Prozent mehr als 2006. Seit Jahren verteidigt er so die Position von Playmobil als Deutschlands führender Spielwarenmarke.
Als Brandstätter Anfang des neuen Jahrtausends ankündigte, ins Geschäft mit Blumenkübeln einzusteigen, da hätten viele Mitarbeiter den Kopf geschüttelt, heißt es in der Zentrale. Und auch in der Spielwarenbranche hielt so mancher Beobachter die Pläne für, vorsichtig ausgedrückt, sehr verwegen.
Doch der Unternehmer ließ sich nicht beirren, baute ein nagelneues Werk. Das Geschäft wuchs rasant. Und inzwischen zollen ihm die Skeptiker – im eigenen Haus und in der Spielzeugbranche – Respekt. Knapp 2 900 Leute beschäftigt der Mittelständler, davon mehr als die Hälfte in Deutschland.
Sein Aufstieg ist legendär: Anfang der 70er-Jahre entwirft Brandstätter mit seinem Entwickler Hans Beck das erfolgreichste deutsche Spielkonzept der Nachkriegszeit. „Aus einer Zwangslage heraus“, wie er heute zugibt, weil die Ölkrise vor fast 40 Jahren das plastikverarbeitende Unternehmen in den Ruin zu treiben droht.
Mit den unverwüstlichen, bunten Kinder-Figuren schaffen die beiden Männer eine renditestarke und – wie sich in jüngster Zeit wieder gezeigt hat – konjunkturunempfindliche Einnahmequelle. Brandstätter gelingt, was die meisten Wettbewerber hierzulande nicht geschafft haben: die Produktion in Deutschland zu halten und den Familienbesitz zu wahren.
