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13.05.2008 
Krankenhäuser

Portal der Patienten

von Astrid Funck

Wie gut Krankenhäuser wirklich sind, darüber war bislang wenig zu erfahren. Nun soll die Online-Plattform Medmonitor dem deutschen Krankenhaus-Dickicht zu mehr Transparenz verhelfen – mit einem Bewertungsportal für Kliniken soll das Wohl der Patienten gesteigert werden.

HB. Die Idee kam Dirk Lanio im Sommerurlaub vor drei Jahren. Bei einem Glas Wein plauderte er mit einem Freund, der Chefarzt in einer Hamburger Klinik ist. Man müsste doch eigentlich mal was im Internet machen für Leute, die auf der Suche nach einem Krankenhaus sind, beschlossen die beiden Männer und machten sich nach dem Urlaub gleich ans Werk: Das deutsche Krankenhaus-Dickicht soll endlich transparenter werden – zum Wohle der Patienten.

Das Ergebnis heißt Medmonitor und ist eine Plattform, die unabhängig von Ärzten, Verbänden und Krankenhäusern informiert. Lanio weiß, wie man eine Online-Plattform aufbaut, managt und vermarktet, und sein Freund brachte sein Fachwissen ein. Als Geldgeber fanden sie einen Privatinvestor.

Im Mai 2007 ging Medmonitor.de ins Netz. Wer dort unter „Kliniksuche“ eine der aufgelisteten Diagnosen wie Bandscheibenvorfall, Brustkrebs oder Bypass-Operation anklickt und seine Postleitzahl eingibt, erhält eine entsprechende Auswahl aus dem Gesamtpool der rund 2 000 von den Krankenkassen zugelassenen Kliniken in Deutschland.

Für jede Klinik wird dargestellt, wie oft die jeweilige Fachabteilung die Operation oder Therapie bereits durchgeführt hat und wie zufrieden ehemalige Patienten mit dem Behandlungsergebnis, mit Arzt und Pflege sowie Service und Essen waren. Unter „Klinik bewerten“ können Patienten, die ihre Erfahrungen auf diese Art weitergeben wollen, einen Multiple-Choice-Fragebogen und ein Textfeld für Kommentare ausfüllen.

Mit Medizin hatte der 40-Jährige eigentlich nie etwas zu tun. Lanio studierte Politik und ging Ende der 90er-Jahre zu Tchibo nach Hamburg, wo er für den ersten Online-Shop von Tchibo verantwortlich war. 2000 wechselte er zur Internetagentur Razorfish und arbeitete sich schnell zum Managing Director des Hamburger Büros hoch.

Als die Dotcom-Blase platzte und es mit Razorfish bergab ging, kündigte er 2002 seinen Agenturjob und machte sich als E-Business-Berater selbstständig. „Ich habe meine alten Kontakte wiederbelebt und für Unternehmen wie den Otto Versand, die Deutsche Telekom und als Freelancer für Agenturen gearbeitet“, erinnert er sich. Schnell, flexibel und wendig zu sein, das sei für ihn das Reizvolle an der Selbstständigkeit. Seine Teams stellt er je nach Projekt zusammen: freie Texter, Programmierer und Web-Designer.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Ein umtriebiger Typ.

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