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13.05.2008 

Doch Lanio ist ein umtriebiger Typ, ein Generalist, der die Veränderung braucht. Mittlerweile hat er seine Beratertätigkeit stark heruntergefahren, um sich als Geschäftsführer der Medmonitor GmbH & Co.KG um den Aufbau des Portals kümmern zu können. „Unsere drängendste Aufgabe besteht im Moment darin, die Zahl der Bewertungen zu erhöhen, um ein repräsentativeres Meinungsbild zu zeichnen“, sagt Lanio. Wenn drei oder vier Patienten schreiben, das Essen im Krankenhaus sei schlecht gewesen, so sage das noch nicht viel. „Notorische Nörgler gibt es schließlich immer.“ Bei 50 oder 100 Feedbacks werde das Bild schon klarer. Bislang haben Lanio zufolge etwa 8 500 Nutzer bei Medmonitor eine Bewertung abgegeben.

Über Kooperationen mit Krankenkassen und Flyer in den Kliniken will der Unternehmer die Patienten auf Medmonitor aufmerksam machen. Eine Kooperation mit dem Bundesverband der Innungskrankenkassen (IKK), der den Onlinedienst auf seiner Web-Site empfiehlt, besteht bereits. Den Klinikpatienten, die auf der Web-Site ihre Kritik kundtun wollen, garantiert Medmonitor Anonymität. Sie müssen sich lediglich mit einem Benutzernamen und ihrer E-Mail-Adresse registrieren.

Wie fast jedes Unternehmen verschlingt auch Medmonitor in der Startphase erst einmal Geld. „Langfristig wollen wir uns zum Teil über Werbung finanzieren“, sagt der Geschäftsführer. Ferner bietet er den Kliniken an, sich gegen Gebühr mit einem detaillierten Profil bei Medmonitor zu präsentieren. Das soll aber – anders als bei anderen Anbietern – keinen Einfluss auf die Rangfolge in der Trefferliste haben. Für die Nutzer werde das Angebot jedenfalls kostenlos bleiben.

Damit sich auf Medmonitor.de eine Community herausbildet, verfügt der Onlinedienst neuerdings über ein Forum, in dem sich die Web-Site-Besucher über einzelne Diagnosen oder übergreifende Themen austauschen können. Außerdem hat Lanio eine Medizinjournalistin angeheuert. In der Rubrik „Medizin & Gesundheit“ schreibt sie unter anderem über Operationsverfahren und Prävention, etwa mit Hilfe von Anti-Stress-Techniken.

Lanio ist indessen ganz entspannt. Er denkt gerade darüber nach, ob sich Medmonitor.de nicht auch zum Bewertungsportal für Privatkliniken und Altenpflege-Einrichtungen ausbauen ließe. Mal nur so ins Blaue gesprochen. Und wer weiß, was ihm im nächsten Toskana-Urlaub bei einem Glas Wein noch so alles einfällt.

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