Pusch und Papke werden in dem neuen Unternehmen 250 Menschen beschäftigen, ein zusätzlich geplantes neues Frachtzentrum der Lufthansa in Leipzig soll weitere 150 Jobs bringen.
Während Papke bereits mit der Familie einen Umzug von Hamburg nach Leipzig ins Auge gefasst hat, wird Kunstliebhaber und -sammler Pusch wohl pendeln. In Sachsen steht künftig sein dritter Schreibtisch, wie schon in Brüssel, dem alten DHL-Luftkreuz und neuen Regional-Hub, sowie in Bonn, in der Konzernzentrale. Diplom-Psychologe Pusch, der 1995 vom US-Konkurrenten UPS kam, gilt als „alter Hase“ im Expressgeschäft und ist seit 2001 bei der Aerologic, dem Vorgänger der „Newco“, die die Zusammenarbeit aber nur koordinierte. Papke, der Betriebswirt, kam dagegen erst im August zur Aerologic. Er wurde wegen seiner Erfahrung als Cargolux-Drehkreuz-Manager geholt.
Beide schlagen mit der „Newco“ ein neues Kapitel in der Luftfracht auf. „Newco“ verändere das Geschäftsumfeld fundamental, meint Accenture-Experte Plotzke. Vor allem Lufthansa löst damit ein Problem, das viele Passagierfluglinien mit angeschlossener Frachtflotte wie Lufthansa, KLM-Air France und Emirates haben: Integrierte Logistikkonzerne wie DHL, UPS oder Fedex und Charteranbieter nehmen ihnen zunehmend Geschäft ab. Lufthansa & Co. müssten laut Plotzke daher ihre Geschäftsmodelle überprüfen und vor allem ihre Profitabilität, neue attraktive Märkte sowie Allianzen ins Visier nehmen. Befriedigt Newco die hochfliegenden Erwartungen, schreiben Pusch und Papke ein Stück Industriegeschichte.
