„Ich habe den Job nur bekommen, weil keiner glaubte, dass das internationale Geschäft irgendeine Zukunft hätte“, erinnerte sich Davis einmal in typischer Selbstironie. „Wir verkauften in Spanien und auf den Kanalinseln und ein paar Zigaretten an die Saudis.“ Heute macht Imperial Tobacco drei Viertel des Geschäfts im Ausland – zum Glück, denn der Heimatmarkt verkümmert dank Rauchverbot und hoher Steuern.
1996 schwimmt sich Davis endgültig frei: Er führt Imperial Tobacco als Chief Executive Officer (CEO) in die Selbstständigkeit und an die Börse. Kein anderer Teil des zerlegten Hanson-Konglomerats schlägt sich dort so gut wie der Zigarettenhersteller. 2002 wagt er mit dem Kauf des deutschen Konkurrenten Reemtsma für gut fünf Milliarden Euro die größte Übernahme – bisher, denn Altadis wird mehr als zwölf Milliarden kosten. Bis auf ein paar Privatisierungen in Schwellenländern werde künftig aber organisches Wachstum im Vordergrund stehen, sagt er.
Damit besteht die Aussicht, dass dem verheirateten Vater einer Tochter mehr Zeit für Golf und Cricket bleibt und dass er häufiger zu Spielen seines Lieblings-Fußballclubs Bolton Wanderers kommt. Mit der Familie lebt er in der Nähe der Konzernzentrale in Bristol, die er bei einer Präsentation in London jüngst „unseren Raucherbunker“ nannte.
Den bodenständigen Mann scheint das negative Image der Tabakbranche nicht zu belasten. Noch 2003, als seine Kollegen an der Spitze anderer Zigarettenkonzerne längst die Büßerhemden übergestreift hatten, stritt er vor Gericht in Edinburgh ab, dass der Zusammenhang zwischen Rauchen und tödlichen Krankheiten medizinisch erwiesen sei. Nur zähneknirschend akzeptiert er, wenn bei Präsentationen in London keine Aschenbecher auf dem Tisch stehen.
„Ich lade Sie noch auf eine Tasse Kaffee und Gebäck ein“, schloss er jüngst eine Analystenkonferenz, „aber wenn Sie wirklichen Genuss wollen, kommen Sie auf die Raucherterrasse.“
